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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 200)

Bei in Sandsteinrahmen eingespannt gewesenen Marmorplatten, zeigt

die Erfahrung in Edinburgh, wie das Eindringen von Wasser und der

weitere Verlauf der Frostwirkung eine Krümmung und Ausbauchung veranlassen

 kann, der ein gänzliches Zerreissen der Steine folgt, wodurch die

allgemeine Dauer derartiger Monumente auf etwa IOO Jahre beschränkt

wird, während die lnschriften meist schon nach 40 Jahren unleserlich sind.

Die Frostwirkung tritt uns überhaupt als die auffallendste und

deutlichste Form dieses Zerstörungswerkes entgegen, wobei nicht verkannt

werden darf, dass rasche und starke Temperaturschwankungen für sich

allein das Zerbersten der dichtesten Kieselknollen veranlassen können

und beispielsweise, wie Zittel berichtet, die enormen Mengen scharfkantiger

 Feuersteinsplitter erzeugen, welche der Sturm in der lybischen

Wüste aufwirbelt.

Den schädlichen Folgen des Frostes sind namentlich Sandsteine unterworfen,

 bei denen das oxydable Bindemittel (Matrix), welches meist etwas

Eisen enthält, leicht herauswittert. s

Granit (das aus Feldspath, Quarz und Glimmer bestehende Urgestein)

 ist nur zu häufig ähnlichen Veränderungen ausgesetzt, und zwar

wird hier der Feldspath in erster Linie betroffen, wobei sich die interessante

 Thatsache ergeben hat, dass der polirte Granit rascher zerstört wird

als der unpolirte, und es hat sich in einem speciellen Fall gezeigt, dass, _

während eine polirte (geglättete) Granitfläche jährlich im Durchschnitt

o'oo85 Mm. verlor, die nichtpolirte Fläche blos o'oo76 Mm. einbüßte. Diese

Erscheinung ist unschwer zu erklären, wenn man sich erinnert, dass

natürliche Krystallflächen, wie Leydolt erwiesen hatte, schwerer angreifbar

 sind, als die durch das Schleifen blosgelegte Innenseite, wie diese beim

Poliren der aus Krystallindividuen bestehenden Granite hervortritt, die

beim bloßen Behauen jedoch ihre natürlichen KrystallHächen wenigstens

zum Theil unverletzt erhalten.

Eine in gewisser Hinsicht ähnliche, für den hier in Rede stehenden

Gegenstand nicht uninteressante Beobachtung hat übrigens Prof. Siegwart

am Fensterglas gemacht und gefunden, dass die natürliche Beschaffenheit

der Oberfiäche der geblasenen Fensterscheibe widerstandsfähiger gegen

das sogenannte Erblinden und Mattwerden ist, als die durch Schleifen

blosgelegte lnnenHäche. Hier kann jedoch angenommen werden, dass

diese lnnenfläche sich von der sogenannten natürlichen Außenfläche (die

beim Schleifen entfernt wird) in ihrer chemischen Beschaffenheit unterscheidet

 und eben leichter zersetzbar ist als die letztere, welche etwas

kieselsäurereicher ist.

lm Allgemeinen und unter gleichen Umständen werden jedoch allerdings

 jene Flächen am raschesten angegriffen, die den auf sie wirkenden

Einflüssen die meisten Berührungspunkte darbieten, indem sich, wenn man

so sagen darf, die Einwirkungsdauer umgekehrt zur Grösse der Berührungsfläche

 verhält, was namentlich beim Marmor hervortritt, der wohl stets, ver-
            
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