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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 206)

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Die Porzellanbrennerei gehört zu den schwierigsten technischen Aufgaben.

 Es handelt sich vor Allem um die Erzielung einer möglichst

hohen Temperatur, und - was die Hauptschwierigkeit - an allen Stellen

des Ofens möglichst gleichmäßigen Hitze. Dass dies nur durch eine lange

Flamme möglich, ist einleuchtend, und es können daher nur langflammige

Brennstoffe, Holz oder Steinkohle, hiezu verwendet werden. Doch auch

die Natur der Flamme ist wesentlich, die von der Vertheilung, der richtigen

 Luftzufuhr, dem Zuge des Ofens und der Art der Feuerung abhängen

 wird. All" dies ist aber wieder von so vielen anderen Momenten

beeinflusst, dass selbst bei der größten Erfahrung und bei ungeschwächter

Aufmerksamkeit während der ganzen, langen Dauer des Brandes - 14 bis

36 Stunden - volle Sicherheit des Gelingens nicht zu erreichen ist.

Die heutigen Porzellanöfen sind runde, stehende Flammenöfen mit

mehreren Etagen (2-4). In den untersten Raum, den Glattofen,

münden direct die seitlichen 5-7 Feuerungen.

Die Flamme, die hier ihre stärkste Hitze entwickelt, gelangt, nachdem

sie den Glattofen durchzogen, durch Füchse in der gewölbten Decke in

die zweite Etage, den Verglühraum. Hier reicht ihre Stärke nicht

mehr zum Garbrennen, die Stücke machen da ihren Verglühbrand durch.

Die dritte Etage, die die Flamme etwa noch zu durchstreichen hat, wird

zum Brennen der Kapseln benützt.

Das Porzellan muss nämlich, wie alle feinen Thonwaaren, im Brande

vor dem directen Anpralle der Feuergase, Flugasche etc. geschützt werden.

Man setzt die Stücke in runde Casserten aus feuerfestem Thon - die

Kapseln - die man dann im Ofen zu Säulen aufeinander schichtet

(Kapselstöße).

Diese Bedingung ist hier beim Porzellan besonders hart, da erstens

die hohe Hitze die theuren Kapseln bald unbrauchbar macht und weiters

wegen der Erweichung der Porzellanmasse nicht mehrere Stücke - wie

bei der Fayence - in eine Kapsel gestellt oder gehängt werden können,

sondern jedes Stück seine solide Unterlage, seine eigene Kapsel erfordert.

Den Gang des Feuers im Ofen beobachtet man durch Schaulöcher,

die Beendigung des Brandes ergibt sich durch das Probeziehen an verschiedenen

 Stellen des Ofens. Nach dem Abbrennen wird der Ofen

mehrere Tage der Abkühlung überlassen und dann entleert. Die durch

Schleifen, Abreiben, Poliren von kleinen unvermeidlichen Fehlern befreiten

Stücke unterliegen dann noch der Decoration mit Farben und Edelmetallen.

Ich behalte mir das Capitel der Schmelzmalerei und keramischen

Decoration, da meine Skizze nun schon ohnehin über den vorgelegten

Rahmen hinausgewachsen ist, für eine spätere specielle Behandlung vor

und will jetzt nur noch ganz Süchtig die Decorationsmittel herzählen, die

sich die Porzellanindustrie bis heute zu eigen gemacht hat.

Man kann mit vollem Rechte behaupten, dass die heute so hoch

entwickelten Decorationsmittel, deren sich die Gesammtkeramik, nament-
            
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