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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 206)

249 ,

auch das Ganze in der Art derselben mit urngehendem, auf Säulen ruhendem

 Gang und Vordach, verziertem Giebelfeld, offenen Eckloggien, durchbrochenen

 Brüstungen und oßenen Treppenaufgängen. Um ein Bild zu

geben von der Productionsfähigkeit unserer Hausindustrie, über die ich in

diesen Blättern schon ausführlich gesprochen (Jahrg. XVll, Nr. x98 ff.), wendete

 ich mich an bewährte Freunde in nur zwei Dörfern und erhielt 700

Teppiche zugesendet,' mit denen ich den Pavillon von Innen und Außen

reichlich zu decoriren im Stande war. Da es mir jetzt hauptsächlich

daran liegt, für die Gegend, wo die Teppichindustrie am stärksten ist,

eine Fachschule durchzusetzen, die Production zu vervollkommnen, die

Preise zu regeln und den Artikel exportfähig zu machen, wie es die bulgarischen

 Teppiche vnn Pirol sind, so beachtete ich auch vornehmlich

diesen Hausindustriezweig, von den anderen stellte ich Proben nur in

geringerer Anzahl auf. In der Folge könnte besonders im Küstenlande

auch die Holzindustrie durch entsprechende Pflege emporgebracht werden;

 die ausgestellten Proben, Drechslerarbeiten aus Lärchenholz, zeigen

viel natürliche Anlage. Das Material ist ein ausgezeichnetes, wie es die

reichliche Holzausstellnng des croatischen Pavillons beweist.

Von den städtischen kunstindustriellen Producten beherrschen die

von unserer Fortschrittsgarde nach Bolle's Zeichnungen hergestellten Arbeiten

 unser Terrain im Pavillon. An der Spitze dieser Getreuen ist zu

nennen Mesiö, dessen Kunstschlosserarbeiten den Vergleich mit dem

Besten dieser Art nicht zu scheuen brauchen; dann Jokuä, der Zimmermann,

 der den Pavillon solid und treElich aus Eichenholz zimmerte,

Haecker, der Tischler, der eine Reihe schöner Eichenholzmöbel ausstellte

 und mit einem nach eigener Zeichnung gefertigten schönen Ausstellungsschrank

 zeigte, wie viel er schon auch an Selbständigkeit gewonnen,

 Heferer, der Orgelbauer, hat in der Eile Bolle's Zeichnung nicht

so gut verwendet, wie bei der großen Orgel in der Bistrizaer Wallfahrtskirche;

 einen treueren Dolmetsch fand Bolle in seiner Frau, die eine

ausgezeichnete Stickerin ist und schöne Nadelspitzen sowohl als Stickereien

 nach Zeichnungen ihres Mannes ausstellte. Pospischil machte

vorzüglich glasirte Oefen nach des vielseitigen Dombaumeisters Zeichnung,

Maruzzi ein schönes gothisches Dachfenster, l-lochstätter ein Kaffeeservice

 von Porzellan, wobei Belle die Motive von den nationalen Flaschenkürbissen

 verwendete, Budicky ein schönes Bulfet und die Goldarbeiter

Bulvau und Peöak schöne Schmuckgegenstände. Bolle selbst stellte

die Entwürfe zu allen diesen Sachen aus und eine Reihe von Plänen für

Bistriza, für Kirchendecorationen und Profanbauten.

Hervorzuheben sind noch die Stickereien des Klosters der barmherzigen

 Schwestern, der Lehrerinnen-Bi1dungsanstalt, an welcher eine

Frau Basariäek sich durch großen Eifer und Geschicklichkeit auszeichnet,

 und die Arbeiten der Lehrerin Ettinger und ihrer Stickschule.

die darum sehr beachtenswerth sind, weil die Entwürfe von der Lehrerin
            
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