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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 207)

an und für sich deren Ausstellung im Berliner Kunstgewerbemuseum zu einer seltenen

und sehenswerthen. Um deren Verständniss auch weiteren Kreisen zugänglich und nutzbringend

 zu machen, hat Birdwood über Aufforderung des Lords of the Committee of

Council on Education vorliegendes Handbuch über die indischen Kunstgewerbe verfasst;

er ist auch der Autor jenes allgemein mit größter Anerkennung aufgenommenen größeren

Werkes -Art of lndial. Mehr braucht zur Empfehlung des neuen Büchleins kaum gesagt

zu werden, das über alle Arten. Benennungen und Fabricationsorte indischer Kunstobiecte

in edrangtester, durch gelungene Holzschnitte illustrirter Weise vollkommen genügenden

Au chluss gibt. Die etytuologischen Erklärungen sind allerdings manchmal etwas bedenklicher

 Art. Von besonderem lnteresse sind die Notizen über die uralten, auf dem

Gesetzbuch Manu basirenden Zunftverhaltnisse lndiens, über das außerordentliche Talent

der lnder, fremdlandische Kunstmotive durch den Stempel ihrer Kunst umzugestalten

und die intensive Betonung des innigsten, oft nicht mehr geahnten Zusammenhanges

auch der Kunstindustrie und ihrer Otnamentik mit dem Cultus und der Dichtung, von

den Zeiten des Ramaiana bis heutzutage.

n

- Prof. Dr. Hans Semper in Innsbruck, die Architekten F. O. Schulze und

W. Barth in Dresden haben es gemeinsam übernommen die Fürsten Carpis und die

Monumente dieser Stadt zum Gegenstand einer Monographie zu machen. Setnper hat den

historischen und kunstwissenschaftlichen Theil, die Architekten Schulze und Barth den

künstlerischen Theil gearbeitet. Das Werk ist in der Gilbers'sehen Verlagsbuchhandlung

 in Dresden mit 27 Tafeln und zahlreichen Illustrationen im Texte, in Folio erschienen.

 Es führt den Titel: nCarpi, ein Fürstensitz der Renaissance-i. Herausgegeben

 von Dr. Hans Semper, F. O. Schulze und W. Barth. Für die Geschichte der

italienischen Renaissance ist das Städtchen Carpi und das Fürstengeschlecht der Pio's von

nicht gewöhnlicher Bedeutung. Der Abglanz Bramantes, B. Peruzzi's pragt sich in den

Bauten Carpi's aus. Es ist daher eine kunstwissenschaftliche Behandlung Carpis eine hochwillkommene

 Erscheinung.

x

- Das ganz vortreüliche Werk Ludwig von Wierbiclti's, nOrnamente der ruthenischen

 Hausindustim, ist mit dem fünften Hefte zu einem gedeihlichen Abschlüsse gelangt.

 Da das Werk auch mit einem Texte in deutscher und franzosischer Sprache erschienen

ist, so ist es auch für weitere Kreise der Künstler und Kunstindustriellen leicht benutzbar.

Die Farbendrucktafeln, welche in Lemberg bei Kostiewia nach den Zeichnungen von

Tschirschn itz ausgeführt wurden, sind entsprechend und gereichen dem Künstler und

dem städtischen Gewerbemuseum zur Ehre. Besonders müssen wir es hervorheben, dass

auch der keramischen und metallurgischen Hausindustrie des galizischen Ruthenenvolkes

Rechnung getragen wurde. Die literarischen Erläuterungen sind eingehend nnd orientieren

vortrelflich.

z

- Wiener Dombauverleinsblatt. Die Nummer 13 ist am 26. October 1882

erschienen und hat folgenden lnhalt: -Die Puchheimmpelle neben dem Bischofsthore des

St. Stephansdomesu von Dr. W. A. Neumann. - i-Die Restauration des Stephansdomes

in Wien in den Jahren x853 bis 1880: nach amtlichen Quellen von Franz X. Kleindienst

l. Der Giebelbau. - Verzeichniss der Mitglieder, Theilnehmer und einmaligen Spender

(Fortsetzung), t

- Von dem trelflichen wFührer durch die kais. kon. Ambraser-Sammlungc im

unteren Belvedere ist bereits eine zweite umgearbeitete Auflage erschienen.

s

- Der Architekt Professor Georg Niemann veroßentlicht soeben im Verlage der

Gesellschaft der vervielfaltigenden Künste in Wien mit Unterstützung des k. k. Unterrichtsministeriums

 ein Werk über die Palast-Bauten des Barockstyles in Wien.

Das Werk ist auf 8 Folioliefg. mit 40 Taf. berechnet und soll die Hofburg, die Palais

Liechtenstein, Schwarzenberg, Kinsky, Belvedere, Hofbibliothek u. s. w. enthalten. Uns

liegt die erste Lieferung des Werkes vor, welche den Gartenpalast des Fürsten

Schwarzenberg am Rennwege in Wien mit 5 Taf. enthalt. Unter den verschiedenen

in jüngster Zeit erschienenen Werken über die Barockkunst Wiens dürfte das Werk

G. Niemanns den ersten Rang einnehmen. G. Niemann bewahrt sich auch in diesem

Werke als ein eminenter Zeichner, der die Feder mit Virtuosität handhabt. Den Text

zu diesem Werke hat der Archivsdirector A. Berger verfasst. Derselbe bringt aus den

archivalischen Schätzen mehrere, sehr interessante Daten über die Künstler und Kunsthandwerker,

 welche bei diesem Baue beschäftigt waren, speciell über Daniel Gran.
            
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