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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 207)

10.1

maler Rudolf Geyling geleitete Maleratelier des genannten Vereines

in seinen neuen Räumen eröffnet. Es befindet sich im 4. Stocke des

Vereinshauses und besteht aus einem großen Atelier des Herrn Rudolf

Geyling, welches durch ein zweckmäßiges Seitenlicht beleuchtet ist, und

aus zwei größeren Räumen für die Schülerinnen, welche direct rnit dem

Atelier H. Geyling's in Verbindung stehen. In diesen Räumen haben

mindestens 14. Schülerinnen Platz. Einer der Räume wird durch ein

zweckmäßig gebautes Oberlicht und der andere durch ein ausgiebiges

Seitenlicht trefflich beleuchtet. Das Licht kommt von der Nord- und Ostseite.

 Die Schülerinnen beschäftigen sich unter Herrn R. Geyling's Leitung

vornehmlich mit Porzellan- und Fayencemalerei, mit Malerei auf Stoffen

und Studien nach der Natur in verschiedenen Techniken. Da dieses

Atelier nicht die akademische Kunst, sondern jene Kunsttechniken pflegt,

welche zum Erwerbe führen, so ist es erfreulich zu hören, dass mehrere

in diesem Atelier ausgebildete Damen in der Kunstindustrie eine entsprechende

 Beschäftigung bereits gefunden haben. Der Umbau und Neubau

des Ateliers wurde nach den Angaben des Herrn R. Geyling vom Baumeister

 Ferdinand Hauser ausgeführt.

(Wiener Bomben-Verein.) In der Ausschusssitzung vom I6. November d. J.

machte der Präsident Dr. Lederer u. A. die Mittheilung, dass dem Vereine zur Aufstellung

 eines Altars unter dem jüngst restaurirten Baldachin im linken Seitenschiife der

Betrag von 1500 H. zugesichert worden ist. Da es nun sehr erwünscht wäre, bis zum

nächsten Frlkhiahre, wo der rückwärtige Theil dieses Schiffes freigegeben und die

Liechtenstein-Kapelle wieder zugänglich wird, auch diesen Altar vollendet zu sehen, so

wurde der Herr Dombaumeister ersucht, einen Entwurf und Kostenanschlag auszuarbeiten,

um bald an die Ausführung des Werkes schreiten zu können.

Ueber Antrag des Herrn Dr. W. A. Neumann wurde beschlossen, zum

öooiährigen Habsburger-Jubilaum Sr. k. u. k. apost. Majestät eine von dem Antragsteller

verfasste Dank- und Huldigungs-Adresse überreichen.

Mit dem zweiten Antrage des Herrn Dr. W. A. Neumann, die Zahl der Ausschuss-Mitglieder

 zu erhöhen, war der Ausschuss im Principe einverstanden, die weitere Berathung

 dieses einer Statutenanderung bedingenden Antrages wurde jedoch bis zur

nächsten Sitzung vertagt.

(Auszeichnung) Herrn J. Stramitzer wurde für seine Spitzen auf der diesjährigen

 Special-Ausstellung der Union eentrale des Beaux-Arts in Paris der erste Preis,

Goldene Medaille, von der Jury zuerkannt.

Heinrich Fkauberger, ehemaliger Custos des Brünner Gewerbemuseums, ist Director

 des Kunstgewerbemuseums in Düsseldorf geworden, welches vorn Central-Gewerbeverein

 für die Rheinlande, West-phalen und benachbarte Bezirke gegründet wurde, Hohenzollern,

 Waldeck, Oldenburg, Schaumburg. Lippe-Detmold, der Regierungsbezirk Wiesbaden

 und der Stadtebezirk Frankfurt sind in diesen Centralverein einbezogen, welcher

in Düsseldorf seinen Sitz hat und der Veranstaltung von Wanderausstellungen und Vorträgen

 eine besondere Aufmerksamkeit zuwendet.

(Preiszuerkennung) Anlässlich des Preisausschreibens, welches unter dem

15. Marz I. J. von den Herren Zeh, Scherzer 81 Co., Inhaber der Porzellanfabrik zu

Rehau, erlassen wurde, ist der Preis (200 Mark) für den gezeichneten Entwurf eines

Kaffeeservices für Porzellan unter 17 Bewerbern einem ehemaligen Zögling der Kunstgewerbeschule

 des Oesterr. Museums zugesprochen worden, namlich Herrn Hugo Gerard

Strohl, Atelier für graphische Künste in Wien (lX., Grüne Thorgasse 14).

(1- Gottfried Kinkel.) Professor Dr. G. Kinkel ist am i4. November in Zürich

in seinem 67. Lebensjahre gestorben. Geboren am n. August 1815 zu Oberkassel bei

Bonn, habilitirte er sich 1836 und wurde i846 außerordentlicher Professor der Kunstgeschichte

 an der Bonner Universität. Diese Lehrthatigkeit wurde durch seine bekannte

Theilnahme an den politischen Ereignissen der folgenden Jahre unterbrochen. Unter den

deutschen Kunstkritikern nahm Kinkel eine hervorragende Stellung ein, wenngleich das

von ihm als Professor am Züricher Polytechnikum 1876 veröffentlichte Werk: lMosaik

zur Kunstgeschichte: auf theilweisen Widerspruch stieß. Immerhin enthält dasselbe interessante

 und lehrreiche Abhandlungen. Kinkefs Vorlesungen erfreuten sich wegen seiner

glänzenden Sprechweise stets außerordentlichen Zuspruches. Dieses Talent bekundete er

auch auf dem kunsthistorischen Congresse, welcher 1873 in Wien stattfand; seine An-
            
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