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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 209)

dem Eigenartigen, Autochthonen der gewerblichen Kleinkunft zu fuchen ill. und

dafs . . . der Gefchmack heutzutage im Allgemeinen zwar gebildet, ein neuer Gefchmack

 dagegen durch kein Mittel der Welt erzeugt werden kann.

Zu einer folchen löblichen, höchshverdienflvollen Kultur des

Gefchmacks, des äfthctifchen Sinnes überhaupt, fcheint uns ein

neues, grofs angelegtes Werk eines jüngeren, ltrebfainen, tüchtigen,

kenntnifsreichen Aefthetikers und Kunfthiftorikers, des Herrn Dr. Rudolf

 Adalny, ganz vorzüglich geeignet zu fein....

Etwas wirklich Neues bietet uns der rnit fämmtlichen Vor- und Spezialarbeiten

gründlich vertraute Verfalfer infofem, als er die Aefthetik auf technifcher

Grundlage in gefchickten Zufammenhang mit der Kunltgefchichte zu bringen

verlteht....

Wie nun die Architektur fich von Indien bis Aegypten im Einzelnen

 ftruktiv, dekorativ, ißhetifch entwickelt hat, das flndiere

man mit dem Verfaffer durch, der in klarer und beredterSehilderung,

oft begeiftert, bisweilen mit Emphafe, die Werke der rauniausfiillenden

 Kunfl daritellt  Nochmals fei die lArchitektonikr Dr. Adamfs allen

Kunftfreunden und Aeithetik-Bediffenen wärmftens empfohlen.

Diefelbe, Nr. 63. 1882. Ueber Abthlg. III:' . . . Die Durchführung . ., der

Architektonik der Hellenen . . . bafirt auf volllländig durchgearbeitetem Material, behält

 ihr Ziel konfequent im Auge und illuftriert den Entwicklungsgang

der hellenifchen Architektonik von der vorklaffifchen Zeit durch die

klaffifchen Epochen der drei bekannten Ordnungen hindurch vortrefflich.

 Befonders anerkennenswerth finden wir die Benutzung und

Einflechtung der Refnltate der neueren Ausgrabungen auf klaffifchem

 Boden .. . .

Ganz richtig ift Adamy's Bemerkung gegen Böttichers Behauptung: Die

Griechen feiert wefentlich für Mathematik und Philofophie veranlagt gewefen, dann

wären fie eine Art Alexandriner geworden, und Adamy hebt mit grofsem Recht

ihre kunftfchöpferifche Genialität hervor, verrnöge deren fie ohne allzuviel Mathematik

 und ziemlich ohne Philofophie das herrlichlle Gefühl konkret auszudrücken

verllanden.

Zeitfcbrih des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Hannover. 1882.

Heft 3. Ueber Abthlg. Iflll: ... Die erfte Abtheilung iß eine rein lheoret-ifche

oder philofophifche; fxe befteht aus geiflvollen räflhetischen Forfchungem über

Urfprung der Kunft etc. Obwohl die Betrachtung ftets von höherem,

idealem Standpunkte ausgeht, lefen fich die einzelnen Abtheilungen

doch leicht und unmittelbar überzeugend. Die Klarheit und Wahrheit der

in edlem Gewande vorgetragenen Gedanken wirkt oft iiberrafchend; fiir den Architekten

 ift die Lektüre derfelben belehrend und genufsreich, fiir den gebildeten

Laien eine vortreffliche Einführung in die Vorflellungen, welche er (ich von der

nArchitektur .115 Kunltu zu machen hat.... Die Architektonik der Hellenen beginnt

 rnit den drei hochintereffanten Kapiteln über die ällhetifchen Grundgefetze

der hellenifchen Architektur etc. Manches Neue enthält die Abtheilung über die

durch Schliernanms Ausgrabungen mehr aufgeklärte vorklaffifche oder pelasgifche

Periode; felfelnd dargeflellt ift die bellenifche Baukunf! der klaffifchen Zeit ....

Der Kiinftler und der Knnftfreund, der 'l'echniker, der Archäologe

und die Gebildeten aller anderen Stände, insbefondere auch des

Kunfthandwerks, finden in dein AdamyTehen Werke feltene Anregung

und lehrreichen Genufs. Nur ein Forfcher, der urfpriinglich felbft Architekt

war, konnte die fchwierigen Gegenflände fo klar und fachkundig behandeln.

Gegenwart, Nr. 6. 1882. M. Carriere über Abthlg. I und II: Ich heiße

dies Buch willkommen als ein erfreuliches Zeugnifs, dal's die nachwachfende

 mitftrebende Jugend doch noch das Band nicht löft, das die Gefchichte

der Kunit mit der Aetlhetik und der menfchheitlichen Kulturentwicklung verknüpft,

ja es noch fefter zu fchlingen (bebt. . . . Der Verfaffer ift mit der neueren Aetlhetik

wohl vertraut und hat {ich zu eigen gemacht, was befonders für die Architektur

von zwei hervonagenden Architekten unferer Zeit, von dem fo gelehrten wie geiflvollen

 Bötticber und von dem fo fchöpfelifchen wie forfchungslufligen Semper

Bahnhrechendes geleiftet worden ifL... Doch bewahrt Adnmy beiden als
            
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