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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 209)

Imposant repräsentirt sich gleich beim Eintritte in den Arkadenhof

die Wiener Eisenindustrie, links das prächtige Thorgitter von Birö,

die letzte Arbeit eines Mannes, den der Tod zu früh gediegenen] Schaffen

entrissen, in der Mitte die vorzüglichen Schmiedearbeiten von Wilhelm.

in der Ecke rechts die schöne und reiche Collection von Milde, von der

Arkadengalerie herab aber schimmern die mustergiltigen Luster und

Lampen von Gillar. Diesen Namen gegenüber ist es nicht nothwendig,

auf Details einzugehen, von diesen Firmen ist man das Beste gewohnt,

wenn auch mitunter die auf das Höchste gesteigerte Leistungsfähigkeit

zu Arbeiten verleitet, die jenseits der Grenze dieses Kunsthandwerkes

liegen, wie dies z. B bei den Porträt-Medaillons des Kaiser- und Kronprinzenpaares

 der Fall ist. Außer den angeführten Firmen haben noch

einige Anfänger anerkennenswerthe Leistungen auf die Ausstellung gebracht.

 Da ist namentlich Toman zu erwähnen, mit einer sehr hübschen

Collection kleinerer und größerer Arbeiten, ferner Wöhrer mit Beleuchtungsgegenständen

 und Tischen, Zameänik mit zwei Cigarrenkasten, endlich

 Hoyer mit einem Paar Girandolen und einer Lampe.

Wird der Arkadenhof im Parterre durch die Ansammlung gediegenen

 und schöngearbeiteten Schmiedeeisens ernst in Farbe und Charakter,

so verleiht ihm auf der Galerie die Ausstellung von Ph. Haas 81 Söhne

im Verein mit den Blumen im Hintergrunde Glanz und farbige Pracht.

Ungemein wirkungsvoll hängen die bunten Teppiche von den Brüstungen

herab und harmonisch schließen sich daran die Draperien in den Bogenölfnungen.

 - Es scheint uns kein Nachtheil für Giani, dass dieser sich

heuer am Eingange in den Saal X etablirt hat. Seine mehr auf die Betrachtung

 aus der Nähe berechneten Gewebe kommen hier zu voller

Geltung und erscheinen für die aus dem Saal Zurückkehrenden, reflectirt

aus den prächtig umrahmten Spiegeln von Kölbl und Threm, doppelt schön.

Was wir früher von dem Umsichgreifen des Naturalismus und der

Sportartikel gesagt, ist vielleicht bei keinem Kunstgewerbe so auffallend,

wie bei dem der Goldschmiede und Juweliere. Wie kein anderes der

Mode unterworfen, leidet es in erster Reihe unter den Anforderungen des

schlechten Geschmackes. Wer könnte auch von irgend einem Industriellen

verlangen, das nicht zu machen, was das Publicum begehrt? Gewiss keiner

von all" diesen Ausstellern im Saale VI hat selbst eine Freude an unkünstlerischer

 Production. Firmen, wie Köchert, V. Mayer's Söhne, Rummel

in Prag und Andere, von denen wir heuer, wie in allen früheren Jahren,

Mustergiltiges sehen, wissen so gut wie wir, was schön ist; wenn sie

dennoch ab und zu dem Geschmacke des profanum vulgus huldigen, so,

ist nur letzteres dafür verantwortlich zu machen. Nebst den Erzeugnissen

der genannten Firmen finden wir noch wie alljährlich die Rococo-Bijouterien

 von E. Braun, die hübschen Niello- und Tula-Arbeiten von Lustig

und die nachgerade etwas monoton werdenden Edelsteinimitationen von
            
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