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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 209)

Stellung Irmler's wurde durch eine Reihe von Ankäufen so rasch gelichtet,

 dass viele Besucher nur einen Theil davon noch zu sehen bekamen.

 Auch Ludwig Schmitt hatte mehrmals Gelegenheit Lücken, die

in seiner Ausstellung entstanden waren, durch Neues zu ergänzen. Ebenso

haben die tadellos gearbeiteten Ledersessel von Gassmann und die Arbeiten

 mehrerer anderer Möbelfabrikanten bald Liebhaber gefunden.

Wenn dennoch viele Hoffnungen und Erwartungen getäuscht wurden,

 so mögen die durch allzu reiche Ausführung bedingten hohen Preise

wohl die Hauptursache davon sein. lndess muss doch constatirt werden,

dass die Sucht, die Möbel durch rohe, unzulängliche Holzschnitzerei angeblich

 zu verschönern, allmälig schwindet, und auch die schweren, massigen

 Ausladungen zarter und leichter werden. Nochv immer aber vermissen

 wir das leichte, zierliche Möbelgenre der französischen Renaissance.

von welchem das Museum so mustergiltige Beispiele besitzt und zu publiciren

 begonnen hat.

Nebst jenen Firmen, die wir alljährlich wieder trelTen, und von

welchen wir stets Gutes zu sehen gewohnt waren, wie Albert, Klöpfer,

Bernh. Ludwig, Richard Ludwig, Rudrich und Schneider haben sich

unter den zum ersten Male erschienenen besonders Karasek mit einer

Schlafzimmergarnitur im Geschmacke der deutschen Renaissance, Reschenhofer

 mit einem Himmelbett, das nur durch seine Schwere etwas beängstigend

 wirkt, und Niedermoser hervorgethan. Die Schlafzimmereinrichlung

 des Letzteren, ausgestellt im Saale Vlll beim Brunnen, lenkte

durch angenehme Farbenharmonie der dabei in Verwendung gekommenen

Hölzer und elegante Form die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Ebenso

verdienen die Claviere Hofmann's und die reinen, guten Schnitzarbeiten

von Gruber, Hengl, Neufeld und Pacher lobend erwähnt zu werden. -

Eine exceptionelle Stellung nehmen daneben die Mosaik- und lntarsiaarbeiten

 aus gefärbten Fournieren von F. Podany ein. Zum Schmucke,

kleiner Holzarbeiten, wie ganzer Wohnungseinrichtungen in hohem Grade

geeignet, wird dieses ausschließlich von Podany erzeugte Fabricat im Auslande

 schon längst geschätzt, und sind in erster Linie die ausgedehnten

Beziehungen dieser Fabrik nach außen Ursache, warum die heimische Industrie

 deren Erzeugnisse bisher wenig beachtet hat.

Auf die Glasindustrie übergehend wissen wir, dass das Beste, was

auf diesem Gebiet geleistet wird, auf der Ausstellung vertreten ist, wenn

wir dem Namen Lobmeyr auf derselben begegnen, und es ist namentlich

nach der allgemeinen Anerkennung, welche dessen Ausstellung in der hiesigen

 Presse gefunden, nicht mehr nöthig, dieselbe eingehender zu besprechen.

 Außer dieser Firma haben noch Bakalowits und Reich im

Saal Vl ausgestellt. Letzterer ist mit einem hübschen neuen Genre, Vasen

und Lampen aus schwarzem Glase mit Silberdecor, indischen Thongefäßen

 von ähnlicher coloristischer Wirkung nachgebildet, erschienen. Die

Collection von Bakalowits hielt sich auf der Höhe der früheren Jahre. -
            
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