ll. Für Ciseleure:
a: Freihandzeichnen (4 Stunden per Woche);
b) Modelliren (4 Stunden per Woche);
c) Ciseliren (4 Stunden per Woche).
Drittes Jahr.
a) Freihandzeichnen (2 Stunden per Woche), nach kunstgewerblichen Gegenständen
mit Berücksichtigung der verschiedenen Stilarten;
b) Modelliren (2 Stunden per Woche), nach Zeichnungen;
c; Ciseliren (4 Stunden per Woche) von gegossenen Gegenständen, welche die Schüler
selbst modellirt haben. Das Treiben und Verschneiden nach Zeichnungen.
Die Frage, wie die Kosten einer Schule zu beschaffen wären, wird
in dieser Denkschrift eingehend erörtert. Auf diesen Punkt in unserem
Organe einzugehen, liegt nicht im Interesse unserer Leser. Schließlich bemerken
wir, dass die Denkschrift von dem Mitgliede der Gesellschaft, Architekt
Rud. Gross abgefasst wurde. Es würde diese Schule im Ganzen eine Organisation
ähnlicher Art erhalten, wie die Schule für Goldarbeiter, welche
sich bereits sehr gut bewährt hat.
Katalog der Theodor GraPschen Funde in Aegypten.
Von Professor Dr. J. Karabacek.
Vorwort.
Die Theodor Graf'schen Funde in Aegypten, ausgestellt im
Saale IX und im Vorlesesaale des k. k. Oesterr. Museums, bilden zwei
grosse Gruppen, die, wenn auch gleich bedeutend ihrem wissenschaftlichen
Werthe nach, doch grundverschieden von einander sind. Die erste
ist die Textilgruppe, die zweite repräsentirt eine gewaltige Masse von
Urkunden auf Papyrus und anderen Beschreibstoffen. Ich kann
mich hier, was die wissenschaftliche und kunsthistorische Bedeutung derselben
betrifft, auf den von mir am 27. März d. J. im Museum gehaltenen
erläuternden Vortrag berufen, der im Druck erschienen ist
Diejenigen, welche dem Gegenstand ein tiefer empfundenes Interesse entgegenbringen,
werden dort in übersichtlicher Darstellung das Wichtigste
über die Genesis dieser Funde nebst einer Würdigung ihres Inhalts finden.
Für die Besucher der Ausstellung möchte hier zur beiläuügen Orientirung
das Folgende genügen. Im Winter 1877 und i878_ stiessen arabische Fellähen
in der mittelägyptischen Provinz eI-Faijürn auf ein altes, bereits
im X. Jahrhundert n. Chr. verfallenes Archiv, aus welchem sie verschiedensprachige
Papyrusurkunden an's Tageslicht förderten. Als dieselben in
Kairo auf den Markt gebracht wurden, erwarb der Consul des Deutschen
') Die Theodor GraPschen Funde in Aegypten (Der Papyrusfund von
el-Faiiüm. Die textilen Gräberlunde) von Prof. Dr. J. Karabacek. Wien, Verlag des k. k.
österr. Museums, in Commission bei Gerold 8: Camp. 1883.