90. Bruchstück eines winzigen Kinderjäckchens.
91.
Die Gobelinverzierung
im Streifen ähnlich wie vorher. Das Aermelende ist mit einer
schmalen, blauweissen Wollborte in überschossener Arbeit besetzt.
Bruchstück eines befransten, mit Uni-Streifen dessinirten Baumwolltuches
(Todtenlacken). Dasselbe enthält als Gobelinverzierung in
combinirter Arbeit ein von vier farbigen Blättern urngebenes
Hauptornament (welches hier fehlt - Granatapfel? s. Nr. x17).
92. Prächtiger feiner gefütterter Baumwollstotf, uni. Die an der äussern
94-95.
(rechten) Seite sichtbare Dessinirung in Horizontalstreifen bietet an
der inneren Stoifseite gleichzeitig die Fütterung; indem dieselbe hier,
zufolge eines besondern technischen Vorganges bei dem Weben, durch
flottliegende, in langen gedrehten Strähnen herabhängende Maschen
oder Schleifen gebildet wird. Unten rechts sieht man die blaue
Fabriksmarke (sime). Bruchstück eines kürzeren Winterkleides
(tunicella).
Eine wichtige Bedeutung erhalt der Graberfund eben auch durch die Constatiruug
der vorstehend beschriebenen Gewebegattung. Aus frühen morgenländisehen
Quellen ist wohl nachweisbar, dass in Aegypten an gewissen Orten I-gefütterte
Stolfeß (arab. mubiitlane) verfertigt wurden, ohne dass man jedoch über die
Natur derselben hätte klar werden können. Nun liegt uns eine Reihe solcher Textilerzeugnisse
greifbar vor, als neuer glänzender Beleg orientalischer Ueberlieferungstreue.
Kurzärmeliges unter den Achselhöhlen (zum Durchlassen der Arme)
ausgeschnittenes Kinderkleidchen (tunicella) aus gefüttertem Baumwollstoß",
mit weissem, rothem, roth und weiss melirtem und gelbem
Fütterungsdessin. Die farbigen Strähne bestehen aus Wolle, die
weissen (gebrannten) aus Baumwolle.
Bruchstück eines kirschrothen, am Saume gelb gestreiften groben
baumwollenen Winterkleides mit sehr langen Fütterungsmaschen in
rother, gelber und grüner Wolle.
Linke Hälfte einer langärmeligen, mit langen gelben Wollsträhnen
gefütterten Baurnwolljacke (Iunicella manicata).
96. Linke Hälfte einer kurzärrneligen, unter den Achselhöhlengeschlossenen,
doch mit Saumschlitzen versehenen Wintertunica aus Baumwolle.
Die stets horizontale Fütterung (resp. Dessinirung) besteht abwechselnd
aus weisser (gebräunter) Baumwolle und dunkelrother Wolle.
An der rechten unteren Ecke die Fabriksmarke (sime) in rother
Wolle. Ausserdem sind noch spärliche Ueberreste von aufgenähten
buntfarbigen Aermel-, Achsel- und Halsborten zu sehen.
97. Gefütterter Baumwollstoif, uni, wie Nr. 92, nur gröber.
98. Rothgestreifter gelber Cheisch (s. Anm. zu Nr. i), mit rothem,
braunem und gelbem Wollendessin gefüttert. Stellenweise gestopft.
Bruchstück eines Wintermantels.