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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 214)

Paragraph lautet: Die Regierung wird ermächtigt, die behufs Herstellung

eines Gebäudes in Wien zur Unterbringung der Staatsgewerbeschule, der

Lehrerinnen-Bildungsanstalt und der Vorbereitungsschule der Kunstgewerbeschule

 erforderlichen Geldmittel bis zum Maximalbetrage von 800.000

Gulden in der Weise zu beschaffen, dass diese Herstellungskosten mit

höchstens fünf vom Hundert verzinst und in längstens einunddreißigjährigen

 Annuitäten getilgt werden.

(Preiazuerkennungen) Zur Bewerbung um die vom Herrn k. k. Baurathe

Friedr. Stach ausgeschriebenen zwei Preise von 60 fl. und 40 fl. für Entwürfe zu einfachen,

in Stein auszuführenden Grabmalern waren neun Projecte eingelangt. Die Beurtheilungs-Commission

 bestehend aus den Professoren Herdtle, Karl König, Otto König, Zumbusch,

Lehrer Aug. Kühne, Regierungsrath Bücher, erkannte den ersten Preis dem Projecte

mit dem Motto: rAd perpetuam memoriarn- zu, den zweiten jenem mit dem Motto:

ulnvaviau. Als Verfasser des ersteren wurde Start. Barabasz, als Verfasser des zweiten

Julius von Grienberger, beide Schüler der Kunstgewetbeschule, ermittelt. HerrBaurath

S tach hat diesem Sprüche seine Genehmigung ertheilt.

ln der von Schorefs Familienblatt im Architektenhause zu Berlin veranstalteten

Ausstellung von Pnrzgllan- und Majolikamalereien hat nunmehr unter Mitwirkung der

Herren Director Grunow, Professor Dr. Lessing, Professor Reuleaux und Professor Ewald

die endgiltige Entscheidung über die Vertheilung der von der Verlagshandlung ausgesetzten

Preise stattgefunden, Es erhielten Preise von je hundert Mark: Fräulein Sophie Meyer,

Düsseldorf; Fräulein Martha Wundahl, Berlin; Fräulein Bertha Ludolf, Berlin, und Herr

J. Rüsl, Münchgn, Fgrner Preise von je 50 Mark: Fräulein M. Kirschner, Smichow bei

Prag, und Fräulein Bertha Felgel, Schülerin der Kunstgewerbeschule des Oesterr.

Museums,

(ÜVRHOII für E8111! G051.) Die n. o Handels- und Gewerbckammer widmete

ihrem früheren Präsidenten, Herrn Johann Gögl, als Zeichen der Anerkennung für seine

langjährige, thatkraftige und erfolgreiche Leitung der Kammer eine in Silber getriebene

und ciselirte Statuette der lndustrie, welche auf einer meterhohen Console steht. Diese

Statuette wurde am 3. Juni Herrn Gögl durch das Präsidium der Kammer: die Herren

lsbary und Haardt und die Obmänner der Sectionen, in Gegenwart der Mitglieder der

Handelskammer übergeben. Der Entwurf der Statuette rührt von Prof. Storck, die Modellirung

 von Kühne und die Ciselirung von Stephan Schwartz her. Die Console tragt

die Inschrift: w-Johann Gögl, Präsident der Wiener Handelskammer, X874 t88z.- Das

Kunstwerk ist gegenwärtig im Saal X des Museums ausgestellt.

(TodBsialL) Herr Karl Pietsch, welcher die im Museum ausgestellte Lobmeyer'sche

 Prunkschale gravirx hat, ist vor Kurzem in Steinschonau, wo er zuletzt als

Lehrer der dortigen Fachschule wirkte, gestorben. .

(Dr. Theophll Hausen.) Am 13. Juli wird die Promotion des Oberbaurathes

Prof. Hausen zum Ehrendoctor der Wiener Universität in leierlicher Weise stattfinden.

(Subvention) Vom Unterrichtsministerium werden im Laufe dieses Jahres zwei

kirchliche Wandmalereien subventionirt: Der Fresken-Cyklus Trenktvald's in der

Votitkirche. und die Fresken in der Fünfhauser Kirche, welche dem Maler Ludwig

Mayer, einem Schuler Führich's, übertragen wurden.

(Zur Vollendung der Feuerbaoh-Büder.) Bekanntlich wurde die Ausführung

der für den Festsaal der Wiener Akademie der bildenden Künste bestimmten Deckengemälde

 seinerzeit dem genialen Anselm Feuerbach und nach dem Tode des Meisters

einem seiner hegabtesten Schüler, Herrn Heinrich Tentschert, übertragen. Wie dem

nVaterlandn mitgetheilt wird, sind nun die zwei Tentschert anvertrauten Eckgemälde

Okeanos und Eros der Vollendung nahe und hat Herr Tentschert die auf ihn gesetzten

Hoffnungen in hohem Maße gerechtfertigt. Die Bilder zeigen die von Feuerbach her gewohnte

 gedankentiefe Auffassung ihrer Suiets, sind in den meisten Details sorgfältiger

modellirt als dies bei Feuerbach's stets originellen Conceptionen der Fall War, und haben,

von kleineren Schwachen abgesehen, was hier vor allem Anderen betont werden muss,

den großen stylvollen Zug echt monumentaler Malerei. Dazu kommt noch eine interessante,

 sinnig erfundene und sehr zart ausgeführte Modiücation eines Details der Feuerbach'schen

 Eros-Skizze.

Herr Adolf Keim, Chemiker und Besitzer einer Kunstanstalt in München, wird

im Laufe des nächsten Herbstes im Oesterr. Museum einen öffentlichen Vortrag über

seine neuesten Versuche auf dem Gebiete der sog. Mineralmalerei auf Wandflächen halten,

und diesen Vortrag mit einer Reihe von Proben auswärtiger und einheimischer Künstler

illustriren.
            
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