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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 217)

Die Tunica, von welcher dieses Aermelstück losgetrennt ist, liegt sonst wohl

erhalten vor; doch hat sich an ihr keine weitere Gobelinverzierung mehr conservirt,

 als die noch in der folgenden Nr. 385 beschriebene. Merkwürdig ist es zu

sehen, wie eine an und für sich grobe Gewandung mit herrlichen Gobelinwerken

geschmückt und dadurch zu erhöhter Geltung gebracht erscheint.

385. Kleine Achselspange, zur vorigen Nummer gehörig.

386. Eine gleich prächtige, auf feinstem Purpurstoff genähte Gobelinborte

von malerischer Wirkung. Die in classischem Stil streng stilisirte

vegetabilische Musterung gründet sich auf ein Rankenmotiv, das

sich durch geöffnete Löwenmäuler hinzieht. Berändert ist die Borte

durch My-(Z : MJ-Linien.

Das vorstehend beschriebene Motiv der Ranken, welche sich durch geöffnete

Lowenmäuler hinziehen, erinnert ganz an die Bordüre der bekannten Kölner Sanct

Genoms-Tapete.

387. Zweitheilige Gobelinborte. Berändert ist dieselbe durch My-(Z:M)-Linien,

 getheilt durch eine Jota-(U-Linie. Das roth grundirte Doppelband

 hat geometrische und vegetative Ornamente, unter welch

letzteren stilisirte Granatbäume sich befinden.

388. Roth grundirter Gobelin-Aermelbesatz mit sehr feinen in Bändern

und Rundmedaillons vertheilten vegetabilischen Musterungen. Auch

dieses Stück erzeugt den Eindruck der Malerei.

38g. Zwei auf grober Leinwand aufgenähte kleine, als Blatttiguren gedachte

 Gobelinornamente (tubulae) mit reichem vegetabilischen

Dessin in Grün, Gelb und Roth.

390. Eine schöne, in ihren Farben frisch erhaltene Gobelinborte als Besatz

eines Leinenärmels. Der zweitheilige rothe Grund enthält in rhythmischen

 Wiederholungen verschiedene vegetative Stilisirungen. Die

beiden tiefblau grundirten Randstreifen bieten liVl-Linien in bunten

Farben.

391. Persische Gobelinborte. Dieses am obern Rande mit Reihen von weissrothen

 Blattfiguren eingesäumte Stück zeigt nach rechts laufende

Löwen abwechselnd mit Schwimmern, die aufgeblasene Bockshäute

vor sich haltend, den Fluss übersetzen.

Die Erklärung und nähere Beschreibung dieser Darstellung s. bei Nr. 417 -

4x8.

392. Leinenärmel mit aufgenähtem Gobelinbesatz. Die doppeltheilige Borte

zeigt auf rothem Grunde feine weisse geometrische Linienornamente

die zu beiden Seiten von je zwei Thierfiguren (Löwen?) abgeschlossen

 werden. S. Nr, 145.

393. Combinirte Gobelinborte von farbenfrischer Erhaltung. Hauptdarstellung

 im Mittelstreif: Hahnenkämpfe.

Genau dieselbe Darstellung findet sich in einem byzantinischen Manuscript des

X. Jahrhunderts (Nr. 64, Evangiles) der Nationalbibliothek in Paris. Vgl. Henri

Bordier, Description des peintures et autres ornements contenus dans les manuscrits

 grecs de la bibliothäque nationale, Paris i883, p. 103.
            
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