Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 217)

echten Burgerthums sein. Und so, meine Herren, bitte ich, namentlich meine lieben

Baugenossen, mit mir einzustimmen in den Ruf: Hoch lebe der Wiener Gemeinderath,

 hoch leben die Bürger von Wienl

Nach dem großen Baufeste versammelten sich in der Steinmetzhlitte,

aus welcher der kunstvolle Bau hervorgegangen ist, im Bauhofe, der Meister,

seine Gesellen und Gehilfen, um noch in intimer Weise den Abend festlich

 zu beschließen. Baurath Stach brachte auf das Wohl des Meisters

Schmidt einen kurzen, kräftigen Trinkspruch aus.

Fr. Schmidt, der bekanntlich aus der Bauhütte des Kölner Domes

nach Oesterreich berufen wurde, antwortete:

Weil es droben im Saale nicht möglich war, der Bauleute im engeren Sinne,

wie sich gebührt, zu gedenken und unsere Organisation Gltenrlich anzuerkennen, so

spreche ich hier in der Bauhtxtte, und ich glaube, es hat Sinn und Verstand und

Styl, dass wir hier sprechen. Nach l-lüttenrechr, Steinmetz- und Baumeister-Gewohnheit:

 lch grüß' Euch, ehrhare Meister, Gesellen und Gehilfen an diesem Bau.

Als ehrsamer Steinmetzmeister, der ich bin, danke ich Euch Allen, die lhr mit mir

gearbeitet habt. Möge diese Arbeit, die wir in Friede und Freundschaft, in Zucht

und Ehrbarkeit als ehrsame Bürgersleute gemacht, Euch in freundlicher Erinnerung

bleiben für's ganze Leben, und Eure Nachkommen sich stolz darauf berufen, dass

ihre Vorfahren mitgewirkt haben an diesem Bau. Jedem von Euch gebührt die Ehre,

denn Jeder von Euch hat gearbeitet in seiner Weise, und ich wiederhole es hier als

meine innigste ehrliche Ueberzeugung: Am Baue hat jedes Ding den gleichen

Werth und gleiches Gewicht, kein Unterschied darf gelten. Deshalb eben ist unser

Beruf ein so schöner, weil wir Alle zusammengehören, weil Keiner ohne den Andern

etwas sein kann, weil in uns Allen das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit und

gegenseitigen Werthschatzung lebt. lhr lieben Freunde und Colle gen, Meister, Gesellen

und Gehilfen, lhr wisst es, dass ich Jeden von Euch schätze; ich hab's Euch durch

zehnjährige Thäligkeil bewiesen. Auch ich nehme diese Werlhschätzung mit aus i

dem gerßuschvollen Leben und Wirken in rnein stilles Alter; es wird eine meiner

schönsten Erinnerungen sein. ich holTe, dass auch lhr mir ein trcues Andenken bewahrt.

 lhr lieben Freunde seid gegrüßt, Gott segne das ehrbare Handwerk, Gott

segne die Kunst!

Die oberösterreichische Landesausstellung und das Volksfest

 in Linz.

Die oberösterreichische Landesausstellung ist von dem Linzer Volksfeste

 untrennbar. Beide sind eine eigenthümliche Erscheinung, die in der

österreichischen Monarchie nicht ihres Gleichen hat.

Die Landesausstellung kommt zu Stande ohne alle Unterstützung

 des Landes, der Regierung oder der Stadt Linz.

Sie ist aus dem Volksfeste, aus kleinen Anfängen herausgewachsen und

hat heuer, wo der Gewerbeverein seine vierzigjährige Thätiglteit

feiert, größere Dimensionen angenommen. An dem Volksfeste und der

Landesausstellung nimmt in Oberösterreich Alles Antheil; jede Productionsthätigkeit,

 jedes gewerbliche Streben Endet dcrt seinen Platz.

Der Festraum liegt im Innern der Stadt und besitzt ein stabiles

Gebäude, welches zu Ausstellungen und Festlichkeiten benützt wird.

Das leitende Cornite, in welchem sich selbstverständlich keine officiellen

 Vertreter der Regierung, des Landtages oder der Stadt befinden,

arbeitet nicht nur ohne Deficit, sondern mit Ueberschüssen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.