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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 218)

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Wohnzimmer, Schlafzimmer, Speisezimmer, einige Salons, Boudoirs,

Badezimmer, Vorzimmer und Küchen, eine Bibliothek, eine Weinstube

und ein Bureau. Wir sehen, auch die Abwechslung ist größer, als wir

es bei unseren Ausstellungen gewohnt sind. - Unter allen diesen Interieurs

ist namentlich die nBibliotheku, eigentlich ein Herren-Wohnzimmer, als

höchst gelungen zu bezeichnen, und es spricht für den guten Geschmack

der Ausstellungsbesucher, dass dieses Zimmer nicht weniger als siebenmal

 bestellt wurde. Es bildet einen Theil der Collectiv-Ausstellung der

Baseler Handwerker und wurde von Herrn Bub eck, Director des

dortigen Gewerbemuseums, entworfen. Ein Speisezimmer derselben l-lerkunft

 reibt sich dieser gelungenen Leistung würdig an. -- In den übrigen

derartigen Collectiv-Ausstellungen, wie in der von Appenzell, Zürich,

St. Gallen, Riesbach, Aarau, Oberthurgau, Pfäfiikon, Winterthur, Chur,

Emmishofen u. a., kann allerdings nicht Alles vollkommen gebilligt

werden, in den meisten Fällen ist aber ein künstlerisches Ensemble

erreicht worden, und was noch mehr zu loben ist und fast allgemein

beobachtet werden kann, die Möbel sind nicht nur feiner und leichter

im Profil wie im Aufbau als bei uns, und mehr den Mustern der französischen

 Renaissance nahekommend, sie sind in der Regel auch einfacher

und für bürgerliche Verhältnisse passender. Was dagegen die schöne

Gesammtwirkung dieser Wohnräume sehr oft zerstört hat, das ist die

unglückliche Hand der Tapezierer. Aber wo in aller Welt ist sie glücklich?

 Je mehr diese Leute wollen, desto weniger erreichen sie, ihr vermeintlich

 Bestes sind die läppischesten Phantastereien, Bei den Schweizer

Tapezierern oder Decorateuren, wie sie sich jetzt gerne nennen, sowie bei

den Kunstindustriellen der französischen Schweiz überhaupt, ist der Einfluss

 von Paris sehr bemerkbar. Paris ist aber für die Kunstindustrie eine

gefährliche Schule; denn dort, wo Alles auf die Spitze getrieben wird,

lässt sich nur bei ganz ungewöhnlicher Intelligenz für's Leben und die

Weiterentwicklung etwas lernen.

Indern wir zur berühmtesten, zur eigentlichen Weltindustrie der

Schweiz, der Uhrenfabrication übergehen, müssen wir vor Allem constatiren,

dass dieselbe bei dieser Ausstellung der Beurtheilung vom kunstindustriellen

 Standpunkte viel mehr bietet, als dies bei früheren Ausstellungen

der Fall war. Eine Industrie, welche jährlich Waaren im Werthe von

mehr als ioo Millionen Frcs. in alle Welt versendet, muss allerdings

auch für Jene sorgen, die an Geschmacklosem ihre Freude haben, aber

wir halten es für einen sehr günstigen Percentsatz, dass mindestens der

fünfte Theil der decorirten Taschenuhren, oder vielmehr der Uhrgehäuse,

künstlerischen Anforderungen gerecht wird. Der Mehrzahl nach sind es

Damenuhren, bei welchen an feiner, geschmackvoller Ausstattung Treffliches

 geleistet wird. Auf die mannigfaltigste Weise sind dieselben verziert.

 Gravirung, Emaillirung, Besatz mit Edelsteinen, verschiedenfarbige

Vergoldung , Niellirung, ja selbst getriebene und ciselirte Arbeit, sowie
            
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