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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 219)

die mit allerlei handwerklichen Arbeiten beschäftigt waren: dem Modelliren,

den Papp-Arbeiten, dem Hobeln und Leimen, den Laubsäge-Arbeiten.

Die Schule ist eingerichtet wie eine kleine Werkstatt, es wird in derselben

 auch Alles gelehrt und geübt, was zu einer guten Werkstätte

gehört. Die gefertigten Arbeiten werden verbucht, der Preis wird von

den Jungen berechnet und diese werden so zu Allem angeleitet, was sie

im künftigen Leben und in der Werkstatt brauchen können. Die Sache

wird nicht wie eine Spielerei behandelt, sondern wie eine ernste Arbeit,

die zugleich den Körper und den Geist erfrischt. Man konnte es von

den heiteren Gesichtern ablesen, welche Freude und Genugthuung es

den Knaben macht, sich mit etwas beschäftigen zu können, dessen Nutzen

ihnen gleich in die Augen springt.

Gegenwärtig wird in dieser Schule der Unterricht dreimal die Woche

je zwei Stunden Nachmittags ertheilt. Dem treElichen Leiter dieser

Schule, Herrn Bruhns, steht ein jüngerer Volksschullehrer und der Vater

von Herrn Bruhns, der sich von seineni Tischlergeschäft bereits zurückgezogen

 hat, zur Seite. Eine äußerst löbliche Einrichtung in dieser Schule

ist, dass die Jungen die Fertigkeiten, welche sie in der Schule gelernt

haben, zu Hause fortsetzen können und dass ihnen zu diesem Zweck

unter den nöthigcn Vorsichten die Werkzeuge geliehen werden, die sie

zur Arbeit brauchen.

Würde es leicht durchführbar sein, dass an allen Volksschulen,

namentlich in solchen Bezirken, wo eine vorwiegend gewerbliche Bevölkerung

 wohnt, solche Handfertigkeitsschulen mit diesen in Verbindung

gebracht würden, so wäre dies der richtige Weg, eine arbeitslustige Bevölkerung

 zu erziehen.

Unter jenen Männern, welche zur Förderung dieser Schule im

Vnrdergrunde stehen, sind die Gemeinderäthe Rieß und Lustig zu

nennen. Der Beitrag, den die Vereinsmitglieder zu leisten haben (il r

pro Jahr), ist ein so geringer, dass allen Freunden der Volkserziehung

der Beitritt außerordentlich erleichtert ist. Will man aber nachhaltige

Resultate erzielen, so müssten auch von Seite der Landes- und Staatsregierung

 einige Maßregeln eingeleitet werden, welche sich auf folgende

Punkte beziehen, und zwar:

t. Müsste in den Lehrerbildungs-Anstalten Unterricht über

die Unterrichts-Methoden in der Handfertigkeit ertheilt werden;

z. müssten entsprechende gute und wohlfeile Vorlagewerke für

die verschiedenen Zweige der Handfertigkeit geschaffen werden;

3. müsste auch dafür gesorgt werden, dass den Lehrern eine entsprechende

 Entlohnung zugewendet werde, denn das geht wohl

nicht an, den Lehrern zuzumuthen, diesen Unterricht, der eine unge.

theilte Aufmerksamkeit verlangt, fortwährend unentgeltlich zu ertheilen.

Gegenwärtig wird in der Schule das Werk von A. Fellner und

Fr. Steigl benützt - zwei Männern, die seit einer Reihe von Jahren
            
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