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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 224)

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Sie beherrschen ihr Gebiet mit Meisterschaft; die anderen Radirer, so vorzüglich

 sie sind, kommen erst in zweiter Linie in Betracht.

Neben dem Holzschnitte, dem Kupferstiche und der Radirung nimmt die

Lithographie nur eine bescheidene Rolle ein. Dass geistvolle Künstler

auch diese Technik erfolgreich behandeln können, hat Achenbach,

Ad. Menzel und der Franzose Chauvel gezeigt. Die Erfindung des

Deutschböhmen Senefelder wurde in München fortgebildet und hat in

Frankreich den Anstoß zu der Chromolithographie gegeben, die heutigen

Tages in den Reproductionstechniken eine große Rolle spielt.

Berlin, das in Mandel eine schulbildende Kraft auf dem Gebiete

des Kupferstiches besaß, macht gegenwärtig große Anstrengungen, durch

eine Reichsdruckerei das ganze Gebiet der graphischen Technik, sowohl

 der künstlerischen als der mechanischen, zu concentriren und ein

Institut zu schaden, das wie ähnliche französische Institute für die graphischen

 Künste im Deutschen Reiche ein Stützpunkt werden soll. Schon

ein solcher Versuch ist lobenswerth, ob er von dauernden Erfolgen begleitet

 sein wird, ist abzuwarten. Denn das geistige und künstlerische

Leben in Deutschland beruht zu nicht geringem Theile auf der ungeschwächten

 geistigen Kraft der einzelnen Volksstämme. Der stramme Centralismus

 mit seiner Unduldsamkeit gegenüber einzelnen Völkerstämmen

ist französischen Ursprunges und hat unter den Deutschen nie recht

Wurzel fassen können. Für die österreichische Monarchie ist die Gründung

 einer Reichs-Staatsdruckerei in Berlin nur eine erneute Aufforderung,

diejenigen Staatsinstitute, welche der Pflege der graphischen Künste und

Techniken bedürfen, so zu organisiren, dass dieselben der vaterländischen

Kunst und Industrie eine mächtige Stütze bieten. Es ist eine ganz falsche

Theorie, die Staatsinstitute grundsätzlich in Gegensatz mit der Privatindustrie

 zu setzen. Dieser Theorie, welche im System des Freihandels

wurzelt, ist seiner Zeit die kais. Porzellanmanufactur zum Opfer gefallen

und man war nahe daran, auch die kais. Erzgießerei den angeblichen

Wünschen der metallurgischen Industrie zu opfern. In Berlin ist man ge-i

witzigt und macht jetzt alle Anstrengungen, um die k. Porzellanfabrik und

die Reichsdruckerei zu Centralanstalten für das ganze Reich zu machen.

Das Auftreten der deutschen Reichsdruckerei auf der internationalen

Ausstellung ist daher für uns von großer Bedeutung, da unsere Hofund

 Staatsdruckerei einer durchgreifenden Reorganisation entgegensieht.

Nur muss bemerkt werden, dass die Berliner Reichsdruckerei keine reine

Kunstanstalt ist, dass dieselbe alle jene Gebiete umfasst, welche in unserem

k. k, Militär-geographischen Institute gepflegt werden, und daher alle

mechanischen und Chemischen Vervielfältigungstechniken in sich schließt,

speciell auch die Kartographie, und dass demgemäß die deutsche Reichsanstalt

 nicht dem Unterrichtsministerium, welchem alle Kunst- und

Gewerbeanstalten unterstellt sind, sondern dem Reichs-Kriegsministerium,

dem Ressort des Feldmarschalls Moltke, zugewiesen ist.
            
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