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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 225)

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terem Blechstreifen werden, und sich so als directe Nachbildung der

Schneckengestalt darstellen; die Ketten aus durchlöcherten Goldscheiben,

welche angeblichlauch als Werthzeichen gedient haben; die goldenen

Steigbügel der Avaren; ein silberner Säbelscheidenschuh.

Unter den kirchlichen Gefäßen und Geräthen, welche den großen

Saal Nr. II füllten, lenkten zuvörderst sechs Aquamaniles die Aufmerksamkeit

 auf sich. Kann diese Gefäßform auch nicht als so große nSeltenheitn

 anerkannt werden, so wird man doch nicht häufig in einer Sammlung

 so viele Typen derselben vereinigt finden, wie im Ungarischen Nationalmuseum,

 welches je ein Aquamanile als Löwe, Hirsch, Hund, Sphinx,-Kentaur

 und Kopf besitzt. Von hervorragendem Interesse ist der Kentaur

mit einer Klirbistlasche, auf dem Rücken einen Flötenbläser tragend, der

Oberkörper mit einer Art Grätenornament und an der Stelle des Ueberganges

 in den Pferdeleib mit einem ebenso primitiven Zackengürtel,

während den Pferdeleib Runde mit Kreuzschraffirung bedecken.

Für die Geschichte der Kunsttechnik von Bedeutung ist ein kleines

Triptychon mit dem Gekreuzigten, der Jungfrau und dem Täufer in

Grubenschmelz. Der Styl ist byzantinisch, die Schrift griechisch; ob aber

deshalb das Werk als Beweisstück für die Anwendung dieser Emailtechnik

 in Byzanz selbst dienen könne, bleibt doch fraglich. Dass die

nordische Emailarbeit des Mittelalters auf byzantinische Vorbilder zurückgeführt

 werden müsse, gist ja die allgemeine Annahme, und daher dürfte

dieses Triptychon doch eher unter die Rubrik nbyzantinische Kunst im

Abendlandeu zu bringen sein.

Das Fortleben des byzantinischen Styls in der griechischen Kirche

des Abendlandes wurde durch serbische Gegenstände veranschaulicht, die

allerdings zum Theil mehr Curiositäten als Kunstwerke sind; hervorzuheben

 wären zwei Rotulen (oder Flabellen P) mit allslavischen Aufschriften.

Ferner sah man dort sogenannte Athoskreuze, aus ziemlich dünnen

Cedernholzbrettchen geschnittene und in Silber gefasste Kreuze, deren

Balken entweder in Kleeblätter oder in die durch Verschränkung eines

Quadrats und eines Vierpasses gebildete Gestalt ausgehen. An die Kleeblätter

 ist im Scheitelpunkt noch ein Knöpfchen angesetzt, und eben

dieselbe Form wiederholt sich an einem angeblich abyssinischen Koptenkreuze.

 welches außerdem noch mit Zäpfchen besetzt ist.

Die Kopfreliquiare aus verschiedenen Zeiten haben vornehmlich

historischen Wertb; nur einem muss dieser vorläufig abgesprochen

werden, während der künstlerische desto höher steht. Eine solche silberne

vergoldete Büste, Eigenthum des Nationalmuseums, wird nämlich im

großen Publicum als nBildniss des Mathias Csäkn bezeichnet; Csak, Herr

von Trentschin, welcher in der Entscheidungschlacht gegen Ottokar von

Böhmen mitfocht, ist aber kein Heiliger gewesen, und die Büste trägt

unverkennbar das Gepräge Florentiner Arbeit. Die Deckplatte (vielleicht

eine Krone?) fehlt, die Stirn ist stark verbogen, allein wir möchten uns
            
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