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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 225)

(Ausstellung in Teplitz.) Der Gewerbeverein von Teplitz veranstaltet in

diesem Jahre eiiie Gewerbe-, lndustrie- nnd elektrische Ausstellung, verbunden mit einer

' Special-Ausstellung der gesammten erzgebirgischen Hausindustrie, in der Zeit vom zo. Juli

bis 3x, August.

(Internationale Ausstellung von Arbeiten aus edlen Metallen und Legirungen

 in Nürnberg 1885,) Vorn t5. Juni bis 30. September 1885 wird in Nürnberg

eine vom kön. bairischen Gewerbemuseum veranstaltete internationale Ausstellung von

Arbeiten aus edlen Metallen und Legirungen und den zu ihrer Herstellung nothigen

Maschinen, Werkzeugen und Rohstoffen stattfinden. Vorläufige Anmeldungen, welche die

Art der Gegenstände und das Raumbedilrfniss hiefür bezeichnen, sind bis längstens

i. Juni 1884 an das bairische Gewerbemuseum in Nürnberg einzusenden; die definitiven

Anmeldeformulare werden vom i. Juli i884 an ausgegeben.

(Stucco lustro im neuen Wiener Reiohsrathsgebaude.) Der Stucco lustro

besteht aus t Theil Kalk und 2 Theilen Matmorstaub, wird mit dem Reibbrettchen aufgetragen,

 mit dem Filzstöckchen verrieben und mit polirter Kelle geglättet; zur Politur

nimmt man dann 2 Liter Wasser, 90 bis iio Gramm Wachs, 45 bis So Gramm Seife,

20 bis 25 Gramm Sal tartari (weinsteinsaures Ammoniak), taucht in die Mischung einen

wollenen Lappen und reibt damit so lange als nöthig. Man übertrug diesmal nicht nur

die Technik der Herstellung der Marmor-Imitationen in Stucco lustro auf die Fixirung

figürlicher Malereien, sondern man änderte auch Einiges an dem technischen Vorgangs;

während man früher den Glanz durch eine Wachslosung, welche eingebrannt wurde,

lierstellte, wurde nun vorerst der Marmormörtel, in welchem bereits die Farbe sitzt, mit

heißem Eisen gebügelt und dann erst eine leichte Lage von in Spiritus aufgelöstem

Wachs darauf gerieben und mit trockenem Lappen abgewischt und so ein Erfolg erzielt,

wie man ihn früher nicht erreichen konnte. (Bautechniker)

(Die Bibljotheque nationale in Paris.) Jüngst wurde das Inventar dieser

Bibliothek, deren Schätze von Jahr zu Jahr durch Ankäufe und Geschenke in's Unendliche

 anwachsen, vollendet. Die Zahl der Bande betragt jetzt thatsächlich 2,50o.000.

Die Manuscriptenabtheilung enthalt 92.000 Bande und Hefte und der Medaillen aus allen

Zeiten und Landen sind 144.000. Die Kupferstichsammiung umfasst mehr als z Millionen

Biatter in 14.000 Banden und 4000 Portefeuilles. Eine reservirte Galerie enthält die

allerkostbiirsten Bande, ihrer 80.000. Die Pariser Nationalbibliothek ist die größte und

älteste in Europa, ihre ersten Spuren reichen bis in das Jahrhundert Karl's d. Gr. Ihre

eigentliche Gründung jedoch fallt unter die Herrschaft Karls V., des Weisen. Dieser

Fürst beauftragte seinen Valet de chambre, Gilles Mallet, einen grundgelehrten Mann,

im Jahre 1367 mit der Abfassung des Bibliotheksinventars. Dieser Katalog, der erste

welcher gemacht wurde, wird noch als kostbare Reliquie unter Glasverschluss aufbewahrt.

Er enthalt in 973 Nummern 900 Bande und verschiedene Kunstobjeete. Das Anwachsen

des Bucherstandes lasst das jetzige Gebäude bereits wieder ungenügend erscheinen, und

rbei der großen literarischen Production wird auch das Bibliotheksbudget vermehrt

werden müssen. Keine Ausgabe ist nützlicher, keine gerechtfertigten keine wird vom

Volke, von Gelehrten, Literaten und Künstlern mit mehr Dankbarkeit aufgenommen

werden. Die Steigerung des geistigen Lebens der französischen Hauptstadt kann auch

aus folgenden Daten entnommen werden: im Jahre 186a wurden im Arbeitssaale der

Bibliothek 24.000 Leser, im Jahre i883 ihrer 70.000 gezahlt.

(Chron. du journ. gen. de Pimprim.)

(Hßtel de Ville in Paris.) Die malerische Ausschmückung der Innenräume des

Pariser Stadthauses ist nunmehr festgesetzt. Die -Chronique des Artsc vom i5. März

bringt nebst den Namen der beschäftigten Künstler eine detaillirte Aufzählung der Sujels

für die 24 auszuschmückenden Raume; die Kosten belaufen sich auf etwa i,55o.ooo Frcs.

Concurs-Ausschreibung.

Um dem Mangel an solchen Lehrkräften der Textilschulen, welche ein wissenschaftliches

 und methodisches Verstandniss der mechanisch-technischen Gesetze und ihrer

Anwendung besitzen; zu begegnen, und um insbesondere für die technologischen Unterrichtsaufgaben

 der Textilindustrieschulen von mehr als localer Bedeutung geeignete Lehrkräfte

 auszubilden, wurden schon im Vorjahre vom k. k. Ministerium für Cultus und

Unterricht mehrere Stipendien systemisirt, von welchen mit Beginn des Schuljahres

i884f5 Eines zur Besetzung gelangt.

Mit diesem Stipendium, welches für drei Jahre verliehen wird, ist ein Jahresbetrag

von Eintausend (iooo) Gulden verbunden. Der Inhaber desselben hat sich in einem

Reverse zu mindestens zehnjährigem Dienste im Staatslehramte, resp. zur Rückerstattung

des Stipendiumsbetrages im Falle seines Austrittes aus dem öffentlichen Dienste zu

verpliichten.
            
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