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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 226)

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leiden, das von ihm selber als solches nicht rechtzeitig beachtet,

in seinen Begleiterscheinungen nicht wenig zur Ausgestaltung

seines einsamen Wesens beigetragen haben dürfte, hat ihn nun

plötzlich dahingerafft, wenige Tage nachdem er sich in die Nähe

von Wien auf das Land begeben hatte, um sich dort zunächst

für eine weitere Reise in's Hochgebirge zu kräftigen. Wir, seine

Freunde, sahen ihn längst mit Bekümmerniss leiden; zu dem

wehmüthigen Zuge, welcher auf seinem schönen, feingebildeten

Antlitze seit jeher bemerkbar war, gesellten sich Spuren erduldeter

 Schmerzen. Aber so plötzliche Trennung glaubte Niemand

befürchten zu müssen und sie traf uns schrecklich, gleich einem

Wetterstrahl. Der Klageruf uzu früht- gilt hier vollauf, für seine

Familie, seine Freunde und für die Wissenschaft. Unser gediegenster

 Kenner der graphischen Kunst ist nun dahin und bei

jeder Gelegenheit werden wir seinen Rath und seine Gelehrsamkeit

bitter vermissen!

Mehrere seiner Arbeiten und bei Schestag kann man das

voraussagen, sie wären alle werthvoll geworden, sie sind nun ein

Torso. Seitdem er an der kais. Kupferstichsammlung war, welche

ihm mehr Concentrirung auf sein Specialgebiet gestattete, als die

nach zu viel Richtungen zersplitternde Thätigkeit an der Bibliothek

des Oesterr. Museums, besonders seit der Begründung des Jahrbuches

 der kunsthistorischen Sammlungen desÄAllerhöchsten Kaiserhauses

 durch Hofrath von Leitner, hatte er sich zu häufigerer

schriftstellerischer Thätigkeit entschlossen. In dieser Publication,

deren Programm der PHege vaterländischer Kunstforschung wohl

zu begeistern im Stande ist, erschien im Vorjahr eine erschöpfende

Abhandlung über den Triumph des Kaisers Max und mit einer

andern über ein verwandtes Thema war er eben beschäftigt.

Erfreulichste Anregung und Wirksamkeit fand er, seitdem er

Mitglied der k. k. Central-Commission für Kunst- und historische

Denkmale geworden war. Besonders in dem Comite für die

Kunsttopographie Oesterreichs war er eine unschätzbare Kraft

und hoffte sogar, die Kunsttopographie des Kronlandes Salzburg,

welche er übernommen hatte, schon im nächsten Jahre für den

Druck fertigstellen zu können-Mit

 all" dem Angeführten ist aber Schestag's rastlose Thätiglteit

 mehr nur angedeutet als erschöpfend geschildert, schon

aus dem Grunde, weil er nach vielen Seiten hin seine Arbeit

zur Verfügung stellte, wenn es verlangt wurde, ohne dass bei

seiner Bescheidenheit und Schweigsamkeit die Kunde davon in
            
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