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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 231)

Bösendorfer, von schwarzem Holze, reich ornamentirt, ergänzt diese Ausstattung.

 Das dritte dieser Gemächer, weniger gleichförmig, hat drei

Firmen zugleich dienen müssen: den Herren J. Klöpfer, Trinkl und

Rustenhofer, zu denen sich noch mit einer eleganten Staffelei und

Rahmen A. Scheicll gesellt. Vorragend Raum und Rang unter ihnen

nimmt die Ausstellung Trinkl's ein, eine kostbare Saloneinrichtung von

schwarzem Holze mit Holzeinlagen und Vergoldung und rothem Plüsch,

die sich, abweichend von allem Gewohnten, in den Motiven dem Style

des Empire anlehnt, doch diesen mit großer Freiheit behandelt, und vor

Allem sich durch den Reiz der vortrefflich zusammengestimmten Farben

auszeichnet. In anderer Weise abweichend von dem, was heute der Styl

ist, sind die Möbel Klöpfefs; sie schließen sich einer gewissen alterthümlichen

 englischen Weise an, deren Einführung bei uns kaum wünschenswerth

 erscheint. Vortrefflich dagegen in der Weise der Renaissance, wenn

man will der deutschen Renaissance, ohne die gewöhnliche Schwere derselben,

 sind Tisch und Etagere von Rustenhofer.

Auch das letzte der Gemächer ist nicht einheitlich ausgestattet,

sondern hat von mehreren Tischlern und Decorateuren die Gegenstände

aufnehmen müssen, einige Kästen in schwarzem Holze von Pilik und

Trötscher, einen Bücherkasten - vielleicht ein Muster seiner Art in

seiner maßvollen Weise + Sessel und Credenzkasten von lrmler, welch'

letzteren nur zu buntfarbige Marqueterie-Einlagen schmücken; ferner ein

großes Salon-Arrangement von F. Groß, Sopha, Sessel und verschiedene

andere Gegenstände mit reicher Tapezier- und Passementerie-Arbeit. Eine

gewisse Einheit aber oder vielmehr Geschlossenheit gibt diesem Raume

das Licht, welches durch das breite, von der Wiener Filiale der

Tiroler Glasmalereianstalt decorirte Fenster fällt. Dieses Fenster,

kleine, wechselnd angeordnete kaum gefärbte, bleigefasste Scheibchen mit

eingesetzten zierlichen Bildchen, gibt "dem Raume Stimmung und gewährt

doch vollständig Licht und Klarheit. Es ist so recht ein Muster, wie

Derjenige, der sich das volle Licht in seiner Wohnung erhalten will,

dennoch diesen schönen und poetischen Schmuck sich nicht zu versagen

braucht. Dasselbe gilt von dem decorirten Fenster, mit dern die Anstalt

von Geyling's Erben jenes erste Zimmer, das die Möbel Michels enthält,

 geschmückt hat. Auch hier ist die volle Helligkeit gewahrt, das

Licht in sanft gefärbtes Flimmerlicht verwandelt, nur die Durchsicht mehr

geschlossen.

Wir sind zum Schlussc gekommen, doch können wir einzelne decorative

 Gegenstände, welche hier und da auf den Kästen aufgestellt sind,

nicht übergehen; möge sie auch der Besucher nicht übersehen! Da ist

von Rummel in Prag eine Uhr mit einem trunkenen Bacchanten auf

einem Panther reitend; da sind die zart wie durchsichtig gefärbten Holzreliefs

 von Klotz aus der Schule des Museums, da endlich noch eine

scheinbare Kleinigkeit, die aber verdient, eine Berühmtheit zu werden.
            
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