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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 231)

Es sind sechs kleine gefärbte Büsten, allerlei Philisterköpfe darstellend,

von so überaus köstlicher, humorvoller Charakteristik, wie sie nur je

einem holländischen Maler gelungen ist. Sie sind auch die Arbeit eines

Malers, des Herrn Juch.

Wir hoffen, diese permanente Ausstellung des Wiener Kunstgewerbevereines,

 begrenzt, aber gewählt, wie sie ist, werde auch zu einer kleinen

Berühmtheit werden. Wenn ihr die Theilnahme der Vereinsmitglierler

bleibt, um mit stetem Wechsel stets neues Interesse zu erwecken, wird

sie nicht verfehlen, sich die Gunst des Publicums zu erringen und zu

bewahren. Einstweilen gewährt sie neue Anregung, ein Stück neues Leben,

und das ist auch schon ein Verdienst.

Die orientalisch-keramische Ausstellung im Orientalischen

 Museum.

Von J. von Falke.

Ohne Frage ein guter Gedanke, diese Ausstellung orientalischer

Keramik, richtiger vielleicht gesagt, diese Ausstellung chinesischen und

japanischen Porzellans, denn die Fayencen und glasirten und unglasirten

Töpfereien von muhammedanisch-orientalischer Herkunft nehmen doch

nur ein bescheidenes Nebeninteresse und einen bescheidenen Nebenraum

in Anspruch. Auch gut ausgeführt ist der Gedanke, das kann man mit

Vergnügen zugestehen. Die Ausstellung präsentirt sich prächtig in den

künstlerisch ausgestatteten Räumen des Museums, und man mag nur

wünschen, dass sie auch so besucht und benützt werde, wie sie es verdient,

 und so die große Mühe, die sie gekostet, auch ihren Lohn erhalte.

Ein zahlreicher Besuch ist immer der beste Dank für solche Arbeit.

Es ist erstaunlich, was für Kunstschätze noch im Besitze unserer

alten Familien schlummern, oftmals unbekannt oder verkannt von ihren

eigenen Besitzern! Man braucht nur die Gelegenheit zu schaffen, und

immer neue und schönere Sachen kommen an das Licht, Dinge, die bis

dahin kaum der Besitzer oder wenige Freunde gesehen hatten. Da steht

auf dieser Ausstellung ein ganzes Gemach, groß wie ein Saal, voll des

schönsten und seltensten asiatischen Porzellans aus dem alten Besitze

des Hauses Liechtenstein. Und diese wohlgezählten 350 Gegenstände sind

nur eine Auswahl aus dem vorhandenen Vorrathe, eine Auswahl, welche

der Fürst Johann den Leitern der Ausstellung nach ihrem Belieben

freundlichst gestattete. So führt uns weiter der Katalog die Namen Auersperg,

 Colloredo, Dietrichslein, Esterhäzy, Hoyos, Hunyady, Kinsky,

Metternich, Montenuovo, Pallavicini, Salm, Schönburg, Schwarzenberg

vor welche alle mehr oder minder mit schönen oder seltenen Gegenständen

 die Ausstellung bereichert haben. Ihnen zur Seite treten die

Kunstfreunde und Sammler Graf Edmund Zichy, Baron Mundy, die Barone
            
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