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Tafeln nod-n eine Reihe von Holzschnitten, welche dem Lehrer nls Vorbilder zum Vor-
zeichnen geradliniger Figuren an der Wandtafel dienen sollen und deren Vorzeichxiung
weder zeitraubend noch mit Schwierigkeiten verbunden ist. F-s.
Kcamnaa MITTHEILUNGEN.
(EiteIbergar-Monumente.) In der Plenarversammlung des Comitäs
für die Eitelberger-Monumente, welche unter dem Vorsitze des Grafen
Edmund Zichy am 18. November im Oesterr. Museum abgehalten
worden ist, wurde dem Vorschlag der Künstler-Jury entsprechend_ der
Entwurf du Professors Klotz, jedoch mit Modiiicationen, angenommen.
(OBSÜSIT. 11115911111.) Neu ausgestellt: Japanische Ernail- und Bronzegefiße,
angekauft auf der Nürnberger Ausstellung. - Dienstag den l. December wurde die WVeih-
nachts-Ausstellung in allen Theilen eröffnet. Sie umfasst die Arcadenhalle, die Sale
Vl, Vll und IX. Der Decorirung der Arcadenhalle liegt das Motiv [des geschlossenen
Ensemble zu Grunde, wie es der Wiener Kunstgewerbeverein in Antwerpen durch-
geführt hatte. Die Arcadenhalle enthält den größten Theil der Möbel, außerdem Glas
und Porzellan. Die Mitte wird von demselben Pavillon der Firma Phil. Haas 8x Sohne
eingenommen, welcher in Antwerpen stand, nur ist er mit neuen Decorationsstolfen
überzogen. Saal Vl und Vll enthalten die Mefallarbeiten, Glas, Faiencen, gewebte Stoffe,
Stickereien, Spitzen u. s.w. Auf den oberen Arcaden stehen die Schmiedearbeiten. Saal IX
ist in seinen verschiedenen Abtbeilungen mit den übrigen Gegenständen zur Wohnungs-
ausstattung ausgefüllt.
Die permanente Ausstellung des Wiener Kunstgewerbevereins wurde
Donnerstag den 5. November wieder erößnet.
(Besuch des Iueums.) Die Sammlungen des Museums wurden im Monate
November von 7152, die Bibliothek von 2636, die Vorlesungen von 908 Per-
sonen besucht.
(E111 Origlnalmodell V01]. Zauner.) lm Saale VIII ist gegenwärtig
ein Original-Gypsmodell von Franz Zauner ausgestellt, das allem An-
scheine nach bis jetzt unbekannt geblieben ist. Es ist Eigenthurn des
k. k. Hofbildhauers Herrn August de la Vigne. Dargestellt ist in einer
079 Meter hohen statuarischen Gruppe Perseus und Andromeda; der
jugendliche Held, auf dem Kopfe den Helm, an den Füßen Flügelschuhe,
nackt bis auf ein Gewandstück, ,welches nur die Scham bedeckt, in der ge-
senkten Linken das abgeschlagene Haupt der Medusa, steht am Fuße des
Felsens, an dem Andromeda angeschmiedet war und umfasst mit seiner
Rechten das nunmehr von den Ketten befreite Mädchen, während es, mit
Arm und Oberkörper auf seinen Arm gelehnt, zaghaft herunterschreitet.
Unter 'einem Vorsprunge links von der Gruppe kommt der delphinartig
gebildete Kopf des getödtetcn Ungeheuers zum Vorscheine.
Außer den Namen des Künstlers weist das Werk das Datum: "Roma
i777u auf. Nach Rom war Zauner im Jahre 1776 gegangen. Der Aufent-
halt daselbst war für seine Entwickelung von entscheidendem Einflusse,
wie wir eben aus unserem Modelle ersehen; denn mit demselben zeigt
er sich zum ersten Male als mitten in jener Richtung stehend, deren
bedeutendster Vertreter in Oesterreich er nachmals wurde, im modernen
Classiclsmus. Hier ist nicht nur Gegenstand, sondern zunächst auch
das ganze Motiv direct von der Antike übernommen. Es gibt eine -
nicht gerade große-Anzahl antiker Monumente, welche, in der Haupt-
sache übereinstimmend, jene liebenswürdige Scene darstellen; einem
solchen verdankt nun sicher unser Modell seine Entstehung; freilich hat
der Künstler sein Werk dem modernen Gefühle näher rücken zu müssen
geglaubt, indem er den Perseus die Andromeda umfassen und diese sich
zärtlich an ihn schmiegen lässt. Welcher speciell, und ob überhaupt