Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 243)

thätig gewesen und Arbeiten von ihm besitzen die fürstliche Sammlung

in Sigmaringen und das königliche Kunst- und Alterthumscabinet in Stuttgart;

 erstere drei, letzteres eine getriebene und vergoldete bez. versilberte

 Messingplatte mit Darstellungen aus dem Leben des Grafen Eberhard

 des Greinersf) Aber er stammte weder aus Ulm, noch aus einer

Goldschmiedfamilie, sondern war der Sohn eines aus Baiern eingewanderten

 Pfeifenschneiders, und die mir zugänglichen Quellen wissen überhaupt

 nichts von einem älteren Goldschmied desselben Familiennamens.

Der Reichthum des Museums in Sigmaringen ist bekannt. Eine

Schöpfung des unvergesslichen Fürsten Anton, wird dasselbe von dem

jetzt regierenden kunstsinnigen Fürstenpaare mit der gleichen Liebe

gehegt und gepflegt. Und zwax ist die Fürstin Antonia nicht nur von

dem regsten Interesse für alle Angelegenheiten der bildenden Kunst

erfüllt, sondern selbst Meisterin auf mehr als einem Specialgebiete. S0

kann es nicht fehlen, dass man bei wiederholtem Besuche in dem Kunstmuseum,

 dessen Hauptraum als Festsaal gedacht ist, der trefflich geordneten

 Walfenhalle, der archäologischen Abtheilung zahlreiche neue bedeutende

 Erwerbungen vorfindet. Hier möge berührt werden, dass die dortzulande

 eifrigst betriebenen Nachgrabungen nach römischen, allernannischen

 u. s. w. Alterthümern Schmuckgegenstände genau derselben Art

an's Licht gefördert haben, wie sie in den ungarischen Sammlungen so

häufig sind und auch in Ravenna vorkommen, nämlich mit rothem

Glase über einer Silberfolie mit eingepresster Textur. Ferner lehren die

dort vorhandenen Erzeugnisse der mit einer Lanzen- oder Pfeilspitze

markirenden württembergischen Faiencefabrik, drss diese nicht, wie seit

Jacquemart in den meisten Handbüchern angegeben ist, Wintergurst in

Schreizheim, sondern Wintergerst in Schrezheim (Oberamt Ellwangen

genannt werden muss.

Das Städtchen Meßkirch halbwegs zwischen Sigmaringen und

Radolfszell wird in der Kunstgeschichte genannt wegen eines Werkes von

Labenwolf, dem Verfertiger des Gänsemännchens in Nürnberg, und wegen

eines Altarbildes, welches früher Schäufelin zugeschrieben wurde, indess,

wenn ich nicht irre, schon mehrmals umgetauft worden ist. Beide befinden

sich in der alten (jetzt altkatholischen) Kirche. In derselben ist aber

noch mancherlei sehenswerth. Vor allem verdient die Grabplatte für

einen Grafen Wilhelm von Zimbern eben so gut Erwähnung, wie die ihr

gegenüber befindliche von 155i für einen Grafen Wernher desselben Geschlechts,

 welchen Pancraz Labenrvvolf stehend vor einem Teppichgrunde

und in schöner Renaissanceumrahmung dargestellt hat. Auf jener anderen

sieht man den Grafen Wilhelm in voller Rüstung vor dem Crucifix knien,

') Vergl. v. Schneider, Die Schlacht bei Ddfüngen etc. in den w-Württemb. Vierteljuhnheften

 f. Landesgesch- 1879, S. 138 f., und nFnretl. Hohenzoll. Museum zu Sigrnaringen,

 Verzeichn. d. Metallerheitenn
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.