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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1886 / 1)

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auf die Untersuchung der Bilderhandschriften des Mittelalters, soweit der Gegenstand

ihrer llluminationen der Apokalypse entlehnt ist. lnnerhalb dieser Grenzen sind es hinwiederum

 nur die Handschriften des frühen und hohen Mittelalters, aus deren eingehender

 Beschreibung das Endergebniss hervorgeht, dass bereits im 6.-7. Jahrhunderte

unserer Zeitrechnung ganze Reihen apokalyptischer Scenen in der Buchmalerei bildliche

Darstellung gefunden haben müssen. Rgl.

4a

Traite pratique de peinture et dorure sur verre. Par E. Godard. Paris,

Gauthier-Villars, 1885. 8". 61 S.

Eine kurze Anleitung zur Herstellung von Glasmalereien mit Zuhilfenahme der

Photographie mit und ohne Verwendung des Brennofens, von photographischen Abdrücken

auf Leinwand, verschiedenen Metallen, Fayence etc., am Schlüsse die Anführung der am

häufigsten vorkommenden Erscheinungen des Misserfolges bei Vornahme der genannten

Arbeiten, sowie der hiebei zur Abhilfe geeigneten Mittel. M-t.

1B

Ehrenpforte des Kaisers Maximilian l. Wien, Druck und Verlag von Ad.

Holzhausen, 1885-1886. qu. F01. 36 Tafeln mit 2 Uebersichtstafeln.

Das großartigste Denkmal der Formschneidekunst, A. Dürer's Ehrenpforte des

Kaisers Maximilian l., liegt in einer neuen, als Beilage zu dem Jahrbuche der kunsthistorischen

 Sammlungen des Allerh. Kaiserhauses erschienenen prächtigen Ausgabe vor.

Der früheste Abdruck der Holzstbcke zur Ehrenpforte erfolgte zum Theile 1517,

in welchem Jahre der kais. Historiograph Joh. Stabius im Auftrage des Kaisers Maximilian

 die bis dahin fertig gewordenen Holzschnitte in einer jedenfalls nur sehr geringen

 Zahl von Probedrucken abziehen ließ. Von diesen Abzügen sind nur wenige, in

KVien gar keiner erhalten. Die erste, durch M.Treitzsauerwein besorgte Gesammtausgabe

der Ehrenpforte erschien 1516-1527, jedoch wahrscheinlich auch nur in einer kleinen

Auflage, da bereits im Jahre 155g der Wiener Buchdrucker R. Hofhalter rnit der Herstellung

 eines neuen, des zweiten Gesammtabdruckes, betraut wurde. Ad. v. Bartsch

veranstaltete im Jahre 177g in Wien die dritte Ausgabe, in welcher er 21 im Laufe der

Zeit verloren gegangene Holzstücke durch Radirungcn ersetzte. In dem nun vorliegenden

vierten Abdruck wurden die fehlenden Stöcke nach einem in der Hofbibliothek befindlichen

 Exemplar der Abzüge von 1559 photozinkographisch ergänzt und ist nun diese

Ausgabe, welche auch alle Varianten der früheren zur Anschauung bringt, in der That

als die beste und vollstandigste, durch Vorzüglichkeit des Druckes vor allen anderen

ausgezeichnete Gesammtausgabe dieses hochbedeutenden Meisterwerkes deutscher Formschneidekunst

 zu betrachten.

Der in dem vierten Bande des Jahrbuches der kunsthistorischen Sammlungen des

Allerh. Kaiserhauses abgedruckte erläuternde Text von Ed. Chmelarz enthält eine ausführliche

 Beschreibung der Ehrenpforte mit Zugrundelegung des durch Joh. Stabius verfassten

 Commentars. Weiters berichtet Chmelarz eingehend über die Autoren und

Künstler der Ehrenpforte. Verfasser des Programmes und der erklärenden Verse auf

den Inschrifttafeln war Johannes Stabius, dessen Wappen mit demjenigen A. Dürer's

auch an dem Werke rechts unten angebracht ist. Die Zugehörigkeit des zwischen

diesen beiden Schilden stehenden dritten Wappens, ein springender Bock über sechs

Schragballten, bleibt auch nach Chmelarz' gründlicher Arbeit noch zweifelhaft. Dem

künstlerischen Schöpfer des ganzen Werkes, A. Dürer, wurde im Jahre 15m die Anfertigung

 des Entwurfes übertragen. lm Jahre 1515 war dieser vollendet. Als Hauptmitarbeiter

 an den Zeichnungen für die Ehrenpforte weist Chmelarz überzeugend Dürefs

Bruder Hans nach, durch Vergleichungen der künstlerischen Eigenart einer Reihe von

Holzstocken der Ehrenpforte mit den Entwürfen Hans Dürer's für das Diurnale Kaiser

Maximilians I. Auf der Rückseite eines Holzstockes hat Chmelarz überdies mehrere

unzweifelhaft von Hans Dürer gezeichnete Skizzen von Köpfchen erhalten gefunden; diese

Skizzen erscheinen auf Tafel 36 der vorliegenden Ausgabe der Ehrenpforte photozinkographisch

 nachgebildet. Als zweiten Mitarbeiter nennt Chmelarz vermuthungsweise

A. Dürer's Hausgenussen Hans Springinklee. Den Holzschnitt besorgte der Nürnberger

Buchdrucker und Formschneider Hieronymus Andrea, dessen bisher unbekannte Hausmarke,

 drei im Dreieck gestellte Winkelhaken, Chmelarz constatirt. Der Schluss der

ausführlichen, die reiche einschlägige Literatur auf das Gewissenhafteste berücksichtigenden

 Abhandlung verbreitet sich über die sammtlichen bisher erschienenen Ausgaben

der Ehrenpforte, die diesbezügliche Arbeit von Glax ergänzend und abschließend.

Rina


            
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