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mäßig heranbilden, verschwanden, um einer gleichmäßig liebevollen Durchführung Platz
zu machen. Die älteren Hefte sind ia in der Hand jedes Fachmannes, es wäre überflüssig
auf sie zurückzukommen. Von der dreizehnten Lieferung an setzt Bucher die
Geschichte der Goldschmiedekunst fort, zuerst die Werke des romanischen Styles vom
m. Jahrhundert an bis zur umfassenden Thatiglteit Suger's auf diesem Gebiete besprechend,
und eine Darstellung der verschiedenartigen Bearbeitung der Edelmetalle im
maurischen Spanien daran anschließend. Capitel Vll behandelt den gothischen Styl diesseits
der Alpen und in Italien, das Vlll. und Schlusscapitel die neuere Zeit, hier mit
Benvenuto Cellini beginnend. Mit einer umfassenden Kenntniss der Monumente, mit
sorgfältiger Benützung aller neu erschlossenen Quellen und Publicationen, denen der
Verfasser noch gar viel aus eigener Untersuchung zugibt, wird nun die Geschichte der
Goldschmiedekunst bis zur Herrschaft des Empirestyles verfolgt. immer daneben auch
der Orient und die weniger ausgebildeten Culturen der Naturvolker im Auge behalten.
Höchst werthvoll ist auch ein vollständiges Verzeichniss aller bisher bekannten Beschauzeichen.
welches dem Bande am Schlusse beigefügt ist. Hoffen wir, dass der Herausgeber
uns bald mit einem neuen Bande beschenken wird; möchte dann auch an diesem sein persönlicher
Antheil vorwiegen! F. W.
e
Kunstgeschichte des Mittelalters von Franz von Reber. Erste Hälfte.
Leipzig, T. O. Weigel, 1885. Zweite Hälfte, ibid. 1886, 8". 652 S.
Seiner vor 14 Jahren erschienenen Kunstgeschichte des Alterthumes lasst F. v. Reber
nunmehr in zwei rasch nacheinander erschienenen Halften eine Kunstgeschichte des
Mittelalters folgen. Da seit der zweiten Auflage von Schnaase's Werk die Einzeluntersuchungcn
keineswegs eine solche Fülle völlig neuer Gesichtspunkte zu Tage gefordert
haben, dass eine neuerliche Bearbeitung der gestimmten Kunstgeschichte Bedürfniss
geworden wäre, wird man von dem Buche eine namhafte Bereicherung der Detailkenntnisse
nicht erwarten dürfen. Als die eigentliche Aufgabe bezeichnet der Verf. ausdrücklich
den Versuch einer logischen Anordnung und Verknüpfung des vorliegenden Materials,
wie sie nach seinem Ermessen von seinen Vorgängern nicht erreicht worden ist. Die
- Losung wird versucht durch Aufstellung einiger allgemeiner Gesichtspunkte, die von den
herrschenden Lehrmeinungen abweichen: so wird die Wichtigkeit des EinHusses orientalischer
Kunst auf ein äußerst bescheidenes Maß herabgedrückt, muss sich unsere spatromanische
Kunst - der sogenannte Uebergangsstyl - nun völlig in den Rahmen der
Gothik einfügen, wird den am Ausgange des Mittelalters stehenden deutschen und vlamischen
Malern jeglicher Zusammenhang mit der Renaissance abgesprochen. - Dem
Texte sind 42a Holzschnitt-lllustrationen beigegeben. Rgl.
'1-Die
Pllanze in Kunst und Gewerbe, herausgegeben von Martin Gerlach.
Vorrede von Dr. Alb. llg. - Darstellung der schönsten und formenreichsten
Pflanzen in Natur und Styl zur. praktischen Verwerthung
für das gesammte Gebiet der Kunst und des Kunstgewerbes. Wien,
Gerlach St Schenk, 1886. i. Liefg. gr. Fol. M. rz'6o.
Der rührige Kunstverlag von Gerlach und Schenk in Wien, dern unsere Kunstindustrie
schon so manches nützliche Werk verdankt, hat soeben eine neue Publication
unternommen, die wie die vorangegangenen mit reichen Mitteln und bewährter Sachkenntniss
durchgeführt wird. vln der Sprache unserer Zeit zu verkünden, was wir von
der Vorzeit gelerntu, ist nach den Worten der Vorrede die Tendenz des Werkes, das
eigentlich Entscheidenth dabei also der gute Geschmack. Ohne eine bßtimmte Stylrichtung
einzuhalten, aber auch nicht durchwegs naturalistisch, machen fast sammtliche Darstellungen
den Eindruck anmuthvoller Grazie und bieten dem Künstler wie dem Kunstindustriellen
mannigfache Anregung. lm vorliegenden Hefte bildet die Erdbeere und das
Chrysanthenium, die Orakelblume, das Thema, welches auf mannigfache Weise variirt
wird. Das erste Blatt zeigt in Federzeichnung einen leicht geschwungenen Kranz aus den
erwähnten Pflanzen, componirt von Professor Sturm, der hier seine eigenartige Begabung
glücklich verwerthet, vermoge welcher er den vegetabilischen Formen intime Reize abzugewinnen
weiss, die ein Anderer erst dann auffasst, wenn er sie auf dem Papiere erblickt.
Auf dem zweiten Blatte sehen wir die Orakelblume in ihrem natürlichen Wuchse dargestellt
und ein Medaillon mit einem das Orakel befragenden Amor zur Seite. Dieses mit
feiner Empfindung gezeichnete Blatt ist farbig und tragt den Namen Jul. Berger. Nummer
drei ist eine Radirung; äußerst pikant gezeichnete Erdbeeren heben sich von einem
reizenden Waldhintergrunde ab, der seinerseits von einem Blatte unterbrochen wird, auf
dem W. Unger ein Erdbeeren ptlückendes Bauernkind radirt hat. Müssen die ersten drei