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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1886 / 12)

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weismaterial dienenden Angaben über die Herkunft und den Vertrieb

kunstgewerblicher Erzeugnisse, und erlauben uns, hier einiges davon mitzutheilen.



Beginnen wir mit einem Industriezweige, über dessen Pflege in China

bisher wenig bekannt gewörden ist. Die Geschichte der Wei-Dynastie,

Wei-Iio, verfasst zwischen 264 und 429 n. Chr., berichtet, dass in Ta-tsin

zehn Arten von Glas gemacht werden, und zwar Heischfarbenes, weißes,

schwarzes, grünes, gelbes, blaues oder grünes (türkisfarbenes F), purpurnes,

azurblaues, rothes und rothbraunes. Man unterscheidet po-Ii, durchsichtiges,

und Iiu-Ii, undurchsichtiges Glas, liao-tschi ist Glaswaare überhaupt in

den heutigen Zolltarifen; das Wort Iiu-Ii scheint auch auf andere, ganzoder

 halbopake Dinge übertragen worden zu sein, wie auf Horntafeln für

Laternen, auch auf Glasur. Dies liu-li soll aus den älteren Ausdrücken

pi-liu-li und fei-liu-li entstanden sein, dessen vermuthliche ursprüngliche

Aussprache belnli auf belor oder bolor zurückführen würde, ein Wort,

welches in centralasiatischen Sprachen Glas oder Krystall bedeutet. Dass

die Chinesen in alter Zeit das importirte Glas für ein Naturproduct gleich

den Edelsteinen und Halbedelsteinen gehalten haben, ist bekannt. Und der

Volksglaube an die Härtung tausendjährigen Eises macht ebenfalls keinen

Unterschied zwischen Glas und Krystall. In der Zeit zwischen 424. und 452

kamen Händler von der Nordwestgrenze Indiens nach der Hauptstadt des

Kaisers Tai-wu aus der Dynastie Wei, die sich rühmten, liu-li von allen

Farben bereiten zu können und in der That solches zusammenschmolzen,

welches leuchtender war, als das von Westen her eingeführte. Seitdem

wurde das Glas in China viel wohlfeiler als bisher. Und aus eben jener

Zeit wird in einer anderen Quelle die Einführung der Glasfabrication

von Ta-tsin aus gemeldet, nur dass es sich hier um einen Kaiser aus

der Dynastie Sung, Tai-tsu, handelt. Immerhin wäre also die erste Hälfte

des 5. Jahrhundertes als die Zeit zu betrachten, um welche China die

Glasfabrication kennen gelernt hätte. Leider schweigt unser Autor

über den Fortgang dieser Industrie, deren spätere Vernachlässigung sich

wohl aus der Vorliebe für das Porzellan erklären würde. Da jedoch um

1108 noch Glas zu den Mineralien höchster Ordnung, fünfzig Jahre später

zu den Metallen gerechnet wurde (p. 234) - worin Hirth ein Sinken

der Werthschätzung des Glases erblickt - so muss man doch bezweifeln,

dass die Glasfabrication wirklich im Lande Fuß gefasst habe.

Mit Recht macht der Verfasser darauf aufmerksam, dass mittelalterliche

 Berichte über die ungeheueren Schätze an Edelsteinen und Goldgefäßen,

 welche von den Kreuzfahrern im Oriente erbeutet worden sein

sollen, insofern übertrieben sein dürften, als ohne Zweifel auch künstliche

Steine für echte und vergoldetes Kupfer für Gold genommen worden sein

mag. Es braucht nur an die angeblich aus einem Smaragd geschliffene

gläserne xGraals-Schüssel von Genua erinnert zu werden. Und dem

entsprechend wird sich auch die angezweifelte Nachricht von krystallenen
            
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