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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1886 / 12)

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tinischen Ursprunges, wohl auch in Hörnern oder auch in arabischen

Flaschen und Gläsern arabischen Ursprunges; so z. B. das Elfenbeinkästchen

von Klosterneuburg, dann eines in Ravenna, St. Gereon in Köln, Würzburg,

 die Hörner im Pragerschatze, die Gläser im Schatze der St. Stefanskirche.



Byzantinisch ist die Büchse, die zu einer byzantinischen Kuppelkirche

ausgebildet, als Schrein des heil. Anastasius in Aachen gezeigt wird..

Diese neu aus Constantinopel gekommenen Reliquien, oder auch durch

Theilung älterer Reliquien entstandenen kleineren Partikeln würdig zu

fassen, hatten die Goldschmiede und Erzgießer genug zu thun.

Aber das stete Blicken nach Constantinopel, die Sagen, die

seit Jahrhunderten über den fabelhaften Reichthum der Stadt an Gold und

Edelstein und Heiligthümern sich gebildet hatten, reizten schließlich die

Beutesucht der Kreuzfahrer, die der Lockung der Venezianer zur Eroberung

von Constantinopel keinen ernstlichen Widerstand -- trotz der Bemühungen

 des Papstes Innocenz IlI. - entgegensetzten: und Constantinopel

fiel, erobert von den Heeren der Lateiner. Ein Plündern begann im

April 1204, wie es die Welt kaum je gesehen hat, dass nichts, was werthvoll

über dem Erdboden war oder in Gräbern ruhte, dem Spürsinne der

Räuber entging; bis 1261 dauerte das planmäßige Ausplündern der byzantinischen

 Kirchen und Paläste fort, so dass die Paläologen ein gänzlich

ausgeraubtes Reich zurückeroberten, und die Künste, ohne jedes werthvolle

Vorbild, sich vom Neuen aufbauen mussten und bis heute nicht recht

vorwärts kommen: vergleichen Sie die russische Reliquientafel des Oesterr.

Museums, welche nach der Umrahmung dem vorigen Jahrhundert angehören

dürfte, aber jenen frommen und feinen Geschmack aufweist, der weit in's

Mittelalter hineingehört; oder jene byzantinische Tafel aus dem

15.Jahrh., welche sich im Ambras er Cabinete befindet. Herrliche

Werthsachen kamen aus jenem Raube nach Venedig, besonders S. Marco,

dessen Schatzkammer, trotzdem sie 1231 vollständig ausbrannte, noch

immer reich an byzantinischen Beutestücken jener Tage ist; nach Genua,

nach Frankreich: St. Denys, Clairvaux, Soissons und besonders Paris, ich

meine die Sainte Chapelle; nach Deutschland, besonders Corvey und

Halberstadt, nach Limburg, wo das Siegeskreuz des Constantin Porphyrogenitus

 sich befindet. Nach Oesterreich kam nur das Kreuz von

Lilienfeld, dessen alte Fassung längst verschwunden ist.

Da vor Allem der Schatz des Bucoleon geraubt wurde, so kamen

nun die Menge von Reliquien aus der Kindheit und dem Leiden Jesu,

kamen die alttestamentlichen Reliquien, die man im Westen nie besonders

beachtet hatte, herüber: das Bucoleon hatte beispielsweise eine der Trompeten

 des Josue, aufbewahrt für das jüngste Gericht, ein Horn vom

Widder des Abraham, den Stab des Moses, den Tisch des Abraham u. s. w.

Solche, wie Reliquien von unbekannten Heiligen, orientalischen Bischöfen

und Mönchen hatten in Europa keine Zugkraft gehabt, jetzt kamen sie
            
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