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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1887 / 1)

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Menge für den praktischen Künstler sehr wichtiger Dinge, wozu ihm

sicher "der Verkehr mit Hörl die erste Basis darbot. Gran blieb auch

zeitlebens in gutem Einvernehmen mit Hör], heiratete auch später die

Tochter desselben. Hörl selbst ist dann im Jahre 174.2 in Wien gestorben,

wo er in der Dorotheergasse seine Wohnung hatte.

Wenn wir nun der Meinung zuneigen, dass gewiss auch schon

Abraham a Santa Clara etwas für Gran gethan haben könne, so war es

doch nothwendig, auch auf diesen Umstand einen kurzen Blick zu werfen.

Was nun Gran's Beziehungen zur Ausschmückung des Schwarzenberg-Palais

 betrifft, so kann ich allerdings fast vollständig dem schon genannten

hochverdienten Forscher Berger folgen und die Resultate seiner interessanten

 Forschungen wiederholen. Das Schwarzenberg'sche Palais am

Rennweg enthält zwei besonders großartige Räumlichkeiten. Gleich beim

Eingange durch das Foyer kommen wir in einen Kuppelsaal, dann am

Ende des linken Gebäudeflügels in einen Galeriesaal; beide sind mit

Fresken geziert, und diese Bilder werden Gran zugeschrieben. Wie die

Sachen stehen, muss auch zugegeben werden, dass über den Antheil

Gran's an den Arbeiten der großen Galerie kein Zweifel ist. Eine andere

Frage ist, ob man auch annehmen kann, dass er als der Meister der

Kuppelsaalgemälde gleichfalls zu betrachten sei. Es ist nun wohl sehr

auffallend, dass, während wir den Einen Saal betrelfend, gewichtige Beweise

 für seine Thätigkeit finden, solche in analoger Weise für seine

Urheberschaft in dem Hauptsaale fehlen, und ich muss auch gestehen,

dass der künstlerische Charakter, der Eindruck, den diese Malereien in

coloristischer Beziehung namentlich machen, nicht ganz vollkommen der

gleiche ist. Es ist auch kaum möglich, dass hier die verschiedene Zeit,

in der der Künstler gearbeitet hat, das erklärende Moment dafür abgibt.

lch will nur constatiren, dass für den Hauptsaal - auch Berger ist

nicht ganz sicher in dieser Beziehung - die Autorschaft Gran's nicht

vollkommen erwiesen ist. Sehr beachtenswerth scheint hiebei die Thatsache,

 dass der Kuppelsaal früher fertig war als der Galeriesaal. Jener

wird 1725 mit seinen Malereien bereits beschrieben, während für diesen

zu Beginn des Jahres 1726 erst mit Gran der Vertrag geschlossen wird.

Seine Malerei hat hier schon ganz das Gepräge des etwas süßen Colorites,

 das ihn charakterisirt, wovon im Kuppelsaale nichts zu bemerken

ist. Fast scheint es mir, dass dessen Meister ein Italiener gewesen sei.

Die großen Fresken in diesem Saale stellen den aufgehenden Tag dar,

das beliebte Motiv der Frescomalereien der Barockepoche. Außer diesem

Gemälde finden wir an den Wänden noch eine Anzahl von Arbeiten

unseres Künstlers, schöne Supraporten, welche ihn uns wieder in einer

neuen Weise tüchtig zeigen. Gran war nicht nur Frescomaler im Sinne

der großen historischen Decoration, er hat auch allerliebste Blumenstücke

 gemalt, und solche finden wir dort. In dem Cabinet des Fürsten

sehen wir ein Oelbild an der Decke, das von seiner Hand herrührt.
            
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