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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1887 / 6)

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dung zeigen, während im mittleren Aufsatze eine freistehende Figur, die

AuferstehungChristi, angebracht ist, endlich ein Medaillen, Christus am Oelberge,

 in einer Umrahmung aus Ebenholz, auf zierlichem Fuße, umgeben

von silbernen Ornamenten. - Ferner erinnern an die Arbeiten Wallbaunfs

 ein Reliquienkästchen des Kapuzinerklosters in Wien und eines

aus Brixen "). Das Reliquienkästchen des Kapuzinerklosters ist ebenfalls

aus Ebenholz und mit silbernen und vergoldeten Ornamenten verziert,

während vier der vertieften, rnit Perlmutter belegten Felder die vier Evangelisten

 einnehmen. Auf dem Deckel ist eine plastische Gruppe angebracht.

Das Reliquiar aus Brixen endlich hat die Form einer Cassette, ist aus

Holz mit Elfenbein überkleidet und reich verziert mit silbernen und vergoldeten

 Beschlägen. In zwölf um alle vier Seiten laufenden Nischen einer

Bogenstellung sind die Könige des Alterthums in Relief auf blauem

Seidengrunde angebracht. Zwischen den Bogen und in verschiedenen

Feldern des dachartigen Deckels befinden sich durchbrochene Silberornamente,

 deren Grund mit rother und grüner Farbe ausgefüllt ist. Auf der

Innenseite des Deckels sehen wir zu Seiten eines kleinen Spiegels die

heil. Barbara und die heil. Margaretha in Relief.

Diese Arbeiten stammen ohne Zweifel aus Augsburg und gehören

ebenfalls den ersten Decennien des 17. Jahrhunderts an, wenn wir aber

dennoch anstehen, aus der an denselben vorkommenden Wiederholung

einzelner Ornamente, die uns von Wallbaum's Arbeiten her bekannt sind,

einen Schluss auf die Werkstätte zu ziehen, aus der sie hervorgegangen,

so leitet uns die Erwägung, dass solche kleine Bestandtheile, die in Masse

erzeugt wurden, auch außerhalb der Werkstätte dieses Meisters Verwendung

 fanden. Bildeten ja einzelne Bestandtheile von Silberarbeiten, wie

Ornamente, Beschläge und Zierglieder aller Art zu jener Zeit ebenso einen

Handelsartikel wie die Fileten und Stempel der Buchbinder, die Zier-Typen

 der Buchdrucker und Aehnliches; finden wir ja bekanntlich selbst

noch auf Arbeiten des 18. Jahrhunderts ab und zu einzelne Engelsköpfchen,

 Blumenvasen oder Zierstäbe, die aus dern großen Vorrathe der vorangegangenen

 Epoche noch zurückgeblieben waren. Immerhin ist aber

die Verwandtschaft dieser Gegenstände mit Wallbaum'schen Arbeiten so

groß, dass wir dieselben nicht unerwähnt lassen durften und sie für

künftige Forschungen über diesen Meister einer eingehenderen Untersuchung

 empfehlen.

') Katalog Nr. 744 u. 935.
            
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