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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1887 / 6)

sondern nur malerisch prächtig erscheinen. Altdorfer ward durch seine

praktische Bauthätigkeit vor solchen architektonischen Fehlern bewahrt

und besonders zwei seiner Radirungen sind uns in mehrfacher Hinsicht

interessant, nämlich die Vorhalle und das Innere der jüdischen Synagoge

darstesllend. welche Altdorfer noch schnell abzeichnete, bevor dieselbe

1519 auf Rathsbeschluss zerstört wurde. Es war dies ein schöner Bau

in gothischem Uebergangstile und Altdorfer's Blatt dürfte eines der ersten

sein, welche vom historischen Sinne für alte Kunstdenkmale hervorgerufen

 wurden, um deren Erinnerung für die Nachwelt zu erhalten. An

der Stelle der Synagoge wurde eine Marienkirche gebaut und vor derselben

 stand eine hochverehrte Statue der Madonna vom Dombaumeister

Erh. Haydenreich, deren Configuration vielleicht dem Altdorfer bei

seinem Farbenholzschnitt vdie schöne Mariau als Vorbild diente. ln

größtem Ansehen starb der Meister 1538, aber eigentlich gehört er, der

auch als Baumeister und Maler vielfach beschäftigt war, gar nicht zu

den Kleinmeistern, wie denn überhaupt ausgesprochen werden muss, dass

mit dieser Bezeichnung trotz ihrer allgemeinen Anwendung noch viel

Unklarheit verbunden ist. Altdorfer hat auf Zurechnung zu dieser Gruppe

kein größeres Recht, als der Sachse Hans Brosamer aus Fulda, geboren

zwischen 1480 und 1490, gestorben zu Erfurt 1554.. Hätte Brosamer, der

sich selbst inschriftlich als Formschneider bezeichnete und auch ziemlich

gute Bildnisse malte, nicht sein Kunstbüchlein mit trefflichen Entwürfen

für Pocale, Kannen und Geschmeide veröffentlicht, so dürften wir ihn

mit Fug und Recht aus unserer heutigen Betrachtung ausschließen.

(Fortsetzung folgt.)

Arbeiten Matthäus Wallbaunfs auf der Ausstellung

von gkirchl. Kunstgegenständen im Oesterr. Museum.

Von J. Folnesics.

Auf Ausstellungen wie zu Karlsruhe 188i, Pest und Klagenfurt 1885,

Augsburg 1886 sowie aus dem Besitze verschiedener Museen und Schatzkammern

 sind Silberarbeiten eigenthümlicher Art bekannt geworden,

deren Aehnlichkeit auf gemeinsamen Ursprung hinweist. Wiewohl örtlich

auf weite Entfernungen von einander getrennt, bilden sie eine zusammengehörige

 Gruppe von Kunstwerken, als deren Ausgangspunkt Augsburg

angesehen werden muss. Eigenartig in Form, Technik und Material, sind

dieselben auch höchst charakteristisch für die ersten Decennien des

17. Jahrhunderts, in welchen spielende, gekünstelte Formen, Combinationen

 verschiedenen Materiales und Subtilitäten aller Art als die höchste

Verfeinerung der Kunst galten. Die berühmten Kunstschränke, wie der

Pommefsche in Berlin mit seinen Verwandten in Upsala, München,
            
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