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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1887 / 11)

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peaux eine ganze Reihe von deutschen Namen. An ihren Werken, soweit

sie erhalten sind, weiß der französische Geschmack freilich Manches auszusetzen,

 doch finden die Erzeugnisse eines Beneman, dem häufig die

Ehre widerfährt, mit Riesener verwechselt zu werden, oder die eines

Weisweiler selbst von dieser Seite uneingeschränkte Anerkennung. Es

mag vielleicht nicht zufällig sein, dass die Hauptträger dieser Stilrichtung

in der französischen Möbelindustrie Deutsche waren: der Zug der Zeit

zu den unverfälschten Quellen der Antike, als deren Herold wir Winckelmann

 kennen, hat ja namentlich in Deutschland am lebhaftesten die

Geister ergriffen. Immerhin haben es die vorerwähnten deutschen Meister

verstanden, ihren Erzeugnissen neben dem antikisirenden Charakter auch

den Stempel des französischen Geschmackes aufzudrücken; nichts natürlicher,

 als dass sie den Boden, dem sie ihre fruchtbarsten Inspirationen

verdankten, nunmehr als neues Vaterland adoptirren. Von Riesener und

Anderen ist uns dies ausdrücklich bezeugt; es wird wenigstens von den

bedeutenderen ziemlich ausnahmslos zu gelten haben.

Neben jenen französirten Deutschen wird aber seit Jahrzehnten

ein Meister genannt, der, wie sich jetzt herausstellt, seine deutsche

Heimat niemals aufgegeben hat, in seinen Leistungen unbeeinflusst vom

französischen Genre stets originell geblieben ist und die Concurrenz mit

der Pariser Industrie mit Erfolg aufzunehmen wusste. Auch von diesem

würde unsere Kunde eine sehr geringe sein, wenn die Franzosen nicht

bemüht gewesen wären, das Dunkel zu lüften, das um den nDavidu der

1865er Ausstellung der Union centrale, oder den nDavid de Lunevilleu,

wie ihn das Art Journal noch im Jahre 1875 (p. 296) nennt, gehüllt war,

Zuerst Davillier (Cabinet du Duc d'Aumont, Einl. XI.), dann Paul Mantz

(Revue des arts decor. 1885184, pag. 385 f.), und zuletzt Champeaux

(Le Meuble lI., 267 E.) haben theils aus den Notizen zeitgenössischer

Schriftsteller, worunter die Memoiren des Kupferstechers Wille, eines

gebornen Hessen-Darmstädters und Adoptivfranzosen, die wichtigste Rolle

spielen, theils aus mündlichen Nachrichten, die sich in Neuwied, dem

Geburtsorte Roentgens, erhalten haben, so viel Material zusammengebracht,

 dass sich daraus ein ziemlich deutliches Bild von der Wirksamkeit

 des Meisters entwerfen lässt.

Wir lernen da in Roentgen einen Möbelfabrikanten in großem Stile

kennen. ln Neuwied am Rhein, wo offenbar die Möbelindustrie seit

längerer Zeit heimisch war, befand sich das Centrum seiner Thätigkeit,

doch erstreckte sich die letztere in äußerst expansiver Weise auf die Residenzen

 fast aller großen europäischen Höfe, nachweislich auf Wien,

Berlin, Paris und St. Petersburg. Dem entsprach auch sein Ruf bei den

Zeitgenossen, selbst bei den Franzosen; man pflegte ihn nebgn Rigsgner

zu nennen. Die heutige französische Kritik verhält sich ablehnend gegen

ihn, indem man ihn als den deutschen Arbeiter dem französischen Künstler

gegenüber stellt. Man weist dabei auf die schwerfälligen Formen seiner
            
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