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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1887 / 11)

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Versuch gemacht, aber der junge Mann scheint kein echtes Vorbild gehabt zu haben.

Da fällt uns auf, dass für Weberei und Stickerei diesmal so wenig gemacht wurde.

Finden sich dafür keine Interessenten? Oder für Mosaik, oder Bijouterie, oder Lederarbeit?

 Die Metallarbeiten erweisen den tüchtigen werkführenden Meister wie die Bildsamkeit

 mancher Schüler. Unsere Metalltechnik kann solchen Nachwuchs mit guter

Schulung brauchen. Auch gebaut wird lustig; -wenn auch keine Paläste und römischen

Villen oder Museen als Luftschlbsser - so doch gediegene knorrige Blockhäuser, gemütliliche

 Dorfheims , billige Schulhäuser, Bahnstationen; nicht nur .in schmeichelnden

Facaden, trügerisch geschmückt und geschminkt, sondern gründlich mit sorgfältig ausgearbeiteten

 Rissen und Schnitten. Dass sich solch' bescheidene Objecte hübsch und

heiter herausputzen lassen, wollen verschiedene Aufnahmen alter Tiroler Wirthss und

Wohnhäuser darthun, welche wir als Wanderstudien diesmal aus dem Oetzthal geboten

finden. Das sind die kleinen Kunstreisen der Eleven unter der Führung des Alten --die

 Wandertage des Kunstgesellen. Diese Aufnahmen habe ich besonders gern -- es sind

Quellenstudien, hinterlegt im Archiv unserer, des Historikers noch immer wartenden

lirolischen Kunstgeschichte.

(Die Sntsuma-Fayenoen.) Dem in Shanghni erscheinenden nOstafrikan. Lloydentnehmen

 wir folgende interessante Mittheilungen: nUnter Allem, was Japan bisher auf

dem Gebiete der Thonwaaren-lnrlustrie geleistet hat, ist keine Specialitat von solch" hervorragendem

 künstlerischen und historischen WVerthe wie die dem Ende des vorigen

Jahrhunderts entstammenden Steingutgefaße aus Satsuma. An Vollkommenheit der

Technik, edler Gestaltung und zartsinniger Decoration erheben sie sich weit über alle

anderen Erzeugnisse dieser Art. Die landlauhgen Begriffe von dem. was man unter antiker

Satsuma-Fayence versteht, sind gleichwohl größtentheils irrig. Die Anfange der Satsuma-Industrie

 reichen bis zum Beginne des 17. Jahrhunderts zurück, als der Daimio Shitnazu

Yoshihiro gelegentlich seiner Rückkehr von Korea einige koreanische Töpfer mitbrachte,

welche sich in Satsuma niederließen. Die Erzeugnisse aus jener frühen Periode hatten

indessen einen ziemlich veralteten Charakter und bestanden aus harter Pfeifenthonerde

mit grauer Glasur; die decorativen Linien waren unter der Glasur eingeschnitten. immerhin

haben die Fayencen aus jener Zeit historischen Werth. Darf man einer fest eingetvurzelten

 Ueberlieferung Glauben schenken, so war es um das Jahr i67o, als Tangen, ein

Schüler des berühmten Tiinyu, in einer dem Daimio gehörigen Fabrik die ersten,

mit buntem Emailschmuck bedeckten Fayencen herstellte. Diese Satsuma-Tangengefäße

gehören zu den seltensten Schätzen der japanischen 'l'honiiidustrie und sind selbst in

Japan zur größten Seltenheit geworden. Die Thonofen von Satsuma waren im 17. Jahrhundert

 nur wenig beschäftigt, und ihr Ruf ging allmalig verloren. Im Jahre 1700

indessen ließ Prinz Yeio die Fabrik durch Kin und Kuwabara wieder herstellen, und

diesen verdanken wir jene merkwürdige Specialitiit, die sich durch feinkorniges Material,

zartrissige Glasur und eine Thonmasse, welche an Harte dem Elfenbein gleichkommt,

auszeichnet. Das Decor war das herkömmliche Email von Blumen und Drachen. Es ist

speciell diese letztere Gattung, welche den Ruf der Satsuma-lndustrie gegen Ende des

vorigen Jahrhunderts begründete. Diese alten Satsuma-Fayencen kamen niemals in den

Handel, sondern wurden ausschließlich für den Prinzen Yeio, dessen Verwandte und

Freunde oder für den Hof angefertigt. Was scharf ausgeprägte Modellirung, brillantes,

in zarten Farben aufgetragenes Email, Vergoldung, Vollkommenheit des Materinles und

der Glasur betrifft, so gibt es wohl nichts Aehnliches. Vergleicht man insbesondere die

heutige, auf den europäischen Bedarf berechnete Massenproduction von Steingutwaaren

in _Satsuma, so wird man erst gewahr, wie groß der Unterschied ist zwischen dem

antiken und modernen Erzeugnisse, welch letzteres nun allerorten den Markt überschwemmt.

 Es gibt wenig Sammlungen, die nicht sogenannte Satsuma-Fayencen enthalten;

 thatsichlich aber werden in England kaum ein Dutzend echte Exemplare zu

finden sein. Trotzdem ist es durchaus nicht leicht, antike Erzeugnisse von modernen zu

unterscheiden, es sei denn, dass man die einzelnen Gegenstände hinsichtlich des Kornes,

des Glasurnetzes, des Emails und der Vergoldung mit größter Aufmerksamkeit und

lange betrachten:

(Spender Fullorton _Ba1rd), der Director des Nationalmuseiims und Secrctar

der Smithsoniiin-lnstitution in Washington, ist Freitag den I9. August c. zu Woods-Hall

gestorben.

Für die Redncrion verlmwortlith: J. Folnuic: und F. Ritter.

Selbstverlag des k, k. Oesterr. Museum! Eir Kunst und Industrie.

lnnhrlmckerd von cm ummu am. x. wnm.
            
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