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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 6)

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und mancherlei Umgestaltungen, welche die Sammlung im Laufe der Zeiten durchgemacht,

 sowie namentlich durch das bei den letzten Aufstellungen der Sammlungen

vorhanden gewesene Bestreben, die Anordnung der Gegenstände vorzugsweise

 nach decorativen Gesichtspunkten zu bewirken, eine Verwirrung in

den Bestanden der großartigen Sammlung eingetreten war und der historische Hintergrund,

 der ursprünglich allen in der Sammlung vorhandenen Stücken eigen war, bei

vielen Gegenständen entweder bereits verschwunden war, oder zu verschwinden drohte.

Vieles war verwechselt, Vieles war den Gegenständen angedichtet werden, Vieles war

aber auch ganz in Vergessenheit gerathen -- --.-Diese

 Aeußerung, so gelassen in der Form, nach dern Wahlspruche des Kurfürsten

August l. nSemper suavu, klingt aus dem Munde des Directors wie eine vernichtende

Kritik auf alle Wunderwerke unserer Romantiker, Wachstignrenbewunderer, Theaterspieler

 und Tapezierer, die bisher in den ebenso kostbaren als wissenschaftlich bedeutsamen

 Waifensammlungen ihre Orgien gefeiert haben. Ja wir konnten, ohne ungerecht

zu sein, noch viel weiter gehen und die bisherigen Aufstellungssysteme als den Grundpatzen

 der Conservation direct widersprechend erklären und es schon dieserbalben allein

tief bedauern, dass man nirgends den Muth gefunden hat, solchen deutlich fühlbaren und

eingestandenen Uebelstanden ein Ziel zu setzen.

Und so ist auch unser Autor noch genüthigt, uns vom i-Paradesaalu in das nPistolenzimmer:

 und von da in den i-Schlachtensaal- zu führen, wie 39 Jahre vor ihm

Frenzel; man bewundert die unsägliche Mühe. mit der er sich bestrebt, jeden einzelnen

Gegenstand, der hier zur Decoration dient, auf seine kunstwissenschaftliche und historische

 Bedeutung hin zu prüfen, wegen welcher er ja in der Sammlung allein vorhanden

ist. Das ist eine harte, langwierige und nicht dankbare Arbeit, die sich der Autor durch

seine Gewissenhaftigkeit noch saurer hat werden lassen. Nach einer Einleitung, die als

eine selbständige Forscherarbeit ganz interessante und neue Daten zur Geschichte des

Museums bringt, wendet sich der Verfasser den Gegenständen der Kunstkammer zu, über

die er uns" als gewissenhaft vorschreitender Kunsthisturiker eine Menge Daten über Meister

und ihre Werke bringt, die uns zum ersten Male vor Augen treten und als eine wesentliche

 Bereicherung unserer Kunstgeschichte anzusehen sind. Schon in diesem Theile sind

alte tief eingenistet: lrrthümer beseitigt worden.

ln dem die Waffen behandelnden Abschnitte ist das Hauptgewicht weniger auf das

waßcnwissensrhaftliche als auf das kunsthistorische Moment gelegt worden. Wenn das

der Culturhistoriker, der Fachmann als einen Nachtheil empfinden kann, so ist der verständige

 Kunatfreund dafür um so reichlicher durch eine große Zahl neuer Daten beschenkt

 worden. Dessenungeachtet wäre es wünschenswerth gewesen, einige dem Laien

unverständliche Bezeichnungen, wie i-Baillenkürassu etc. näher zu erklären. Die neu gebotenen

 Daten über Waffenschmiede beruhen auf ernsten und mühsamen Studien und es

ist sehr erfreulich, dass die Forschung sich nun auch entschiedener aufdieses kunsthistorische

 Gebiet hinüberwagt. Die Zuschreibungen des Verfassers an den Augsburger Plattner

Anton Peffenhauser möchten wir noch nicht unterschreiben, da alle ihn betreffenden

Dresdener Archivsdatcn auf nur gewöhnliche Gebrauchsstücke hindeuten. Jedenfalls werden

die ihm in Dresden zugeschriebenen Prunkharnische mit dem in Madrid bewahrten, seine

Marke tragenden genau zu vergleichen sein.

Das Büchlein, im Museum verkäuflich, ist so werthvoll, dass es nicht in die Ecke

zu stecken ist, wo die Murray, Baedeker etc. stehen; es kann mit Fug und Recht in eine

Bibliothek und in das Fach der Kunstliteratur eingereiht werden. Boeheim.

Bibliographie des Kunstgewerbes.

(Vorn 15. April bis 15. Mai 1889.)

I. Technik u. Allgemeines. Aesthetik. BrpgSCh-Pßsvhß. fkinr- Die nllägyp-Kunstgewerblicher

 Unterricht tusche Kunst und Ihre culturhlslorische

_ i Bedeutung. (Bau- u. Kunsxgem-Zlg. für

Bauer. Großherzoglvche Gewerbeschule zu I das Deutsche Reich, 8.)

Eisenach. (Zeitsehr. f. gewerbl. Untenn, Delattre, A. L. Les lampes du musäe d:

lV, 2.) Salm-Louis de Carthage. (Revue de l'un

Berain, Jean. DecorationseMoxive im Stile chrätien, n. s. Vll, z.)

Ludwig XIV. Lichtdn-Tnfeln nach den Eisenhe rt, A. Vasen und ihre Verzierung.

Orig-Stichen in der Ornamentstichsamml. (Vom Fels zum Meer, 1888[89,3)

des k. Kunstgewerbe-Museums zu Berlin. Falke, l. v. Was ist Rococo? ( 0m Fels

42 Taf. Fol. Berlin, Claesenöz Co. M. 36. zum Meer, ISSBIBQ, 8.)
            
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