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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 6)

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1873 geführte geschichtliche Darstellung der Entwickelung des Museums,

ein anschauliches Bild seiner Wirksamkeit, seines organischen Ausbaues,

des stetigen Wachsens der Sammlungen, der Entfaltung der Schule und

der mannigfachen Veränderungen, welche die verbundenen Anstalten im

Laufe des Vierteljahrhunderts durchgemacht haben. Aus allem Wechsel,

der zumal in den Personen der Leiter und Lehrer sich vollzog und hier

eingehende Schilderung findet, tritt der dem Institute zu Grunde liegende

Gedanke, die klare Absicht seiner Schöpfung zu Tage, welche von Jahr

zu Jahr in den Kreisen aller Betheiligten mehr Verständniss, Theilnahme

 und Förderung gefunden hat. Nicht nur die Sammlungen des

Museums, auch die Vorlesungen und vor Allem die künstlerischen und

wissenschaftlichen Arbeiten, welche von hier ausgegangen sind, haben zur

Erreichung des Zieles wesentlich beigetragen; die Thätigkeit der Industrie

wurde in neue Bahnen gelenkt, das lnteresse des Publicums geweckt,

sein Geschmack geläutert und befestigt. All dies wird in großen Zügen

hier neuerlich geschildert. Liebevoll und anerkennend wird sodann Derer

gedacht, welche der Tod dem Museum entrissen hat, vor Allem Eitelbergefs,

 Teirich's, Laufbergefs. Die bisherige Thätigkeit, die Absichten

und Ziele der neuen Direction werden besprochen, die Neuordnung der

Sammlungen, die Ausstellungen, die neuen Kataloge. Das Schlusswort

gilt dem Danke an Se. Majestät den Kaiser, an den Erzherzog-Protector,

an die Unterrichtsverwaltung, an Curatorium und Aufsichtsrath.

2. Die alten Zunft- und Verkehrsordnungen der Stadt Krakau. Nach

Balthasar Behem? Codex picturatus in der k. k. Jagellonischen Bibliothek,

 herausgegeben von Bruno Buch er. Mit 27 Taf. in Lichtdruck.

Druck und Verlag von Carl Gerold's Sohn. 4".

Die Arbeit, welche Bruno Bucher hier geboten hat, ist in mehrfacher

 Hinsicht von hohem Interesse und darf als eine der gelungensten

Veröffentlichungen_unserer Anstalt bezeichnet werden. Die Krakauer

Handschrift, welche hier zum ersten Male in einer ihrer Bedeutung entsprechenden

 Weise bearbeitet erscheint, ist zu Anfang des 16. Jahrhunderts

 von dem Stadtarchivar Balthasar Behem auf Grund von Actenstücken

 geschrieben, welche sich auf die Ordnungen, Sitten und Rechte

der.urn die Mitte des 13. Jahrhunderts von Boleslaw V. in's Land berufenen

 Deutschen bezieht; die erste Abtheilung umfasst die königlichen

Privilegien und Erlässe, die zweite, leider unvollendete, die Verfügungen

der städtischen Behörden, die Jura nzunicipalia, Wilkör der Stad, welche

Bucher eben in der vorliegenden Festschrift herausgibt und erläutert. Die

27 Miniaturen (hier von J. Löwy in ausgezeichneten Lichtdrucken wieder-_

gegeben) haben der Handschrift den Namen Codex picturatus verschafft;

sie stellen die Ausübung je eines Gewerbes oder dessen Wappen dar,

außerdem findet sich einerKreuzigung und das Stadtwappen von Krakau.

ln tiefeindringender Untersuchung behandelt der Herausgeber - nach einer
            
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