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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 9)

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tingirten Stoffen, der Schild überzogen werden konnte, oder welches sonst

bei der Anfertigung von Heroldfiguren verwendet wurde.

Es gab folgende Arten von Pelzwerk: l. Hermelin (Fig. 15),

weißes Pelzwerk mit schwarzen Schwänzchen; z. Gegenhermelin

(Fig. 16). schwarzes Pelzwerk mit weißen Schwänzchen; seltener verwendet;

 3. gemeines Rauchwerk verschiedener Gattung (Fig.17), schuppenoder

 dachziegelartig gestückt. Die bei den Franzosen weiters noch als

Pelzwerk bekannte Wappenfigur vair et contrevair (Veh und Gegenveh),

 meist von Blau und Silber, als heraldische Darstellung des Winterfelles

 der Eichhörnchen geltend, ist identisch mit dem deutschen sogen.

Eisenhütlein (Fig. 18), einer in zahlreichen Variationen ävorkornmenden

Heroldfigur, für welche die letztgenannte Bezeichnung erst vor wenigen

Decennien von dem bayerischen Heraldiker v. Mayer auf's Neue in Anspruch

 genommen und eifrig vertheidigt wurde.

 

1a

Das heraldische Pelzwerk bildet den Uebergang von den Herold-Figuren,

 den heraldischen Flachornamenten, zu der zweiten großen Gruppe

der Wappenbilder, den sogen. xgerneinen Figurenu. Man kann keineswegs

 behaupten, dass diese Bezeichnung eine besonders glückliche sei;

das angewendete Adiectiv zeigt nichts Zutreffendes, in was immer für

einem Sinne es auch genommen werden mag. Doch müssen wir uns

auch hier, wie in so vielen anderen Fällen von Mangelhaftigkeit der Terminologie

 der Kunst, mit diesem gewöhnlichen Ausdrucke, wenn auch

widerstrebend, begnügen, bis ein besserer, erschöpfenderer an dessen

Stelle tritt. Die ngemeinen Figurenu sind Darstellungen, deren Urbilder

mehr oder weniger deutlich auf die Form von Thier- und PHanzengattungen

 zurückgeführt werden können, oder auf die Formen von Gegenständen,

 welche als die Producte menschlicher Kunstfertigkeit zu

betrachten sind. Die Heraldiker sprechen daher von "natürlichem und

nkünstlichenu gemeinen Figuren, eine Unterscheidungsweise, welche wohl

auch nicht ganz vollkommen genannt werden kann. Ferner waren auch

phantastische, erdichtete Gebilde, fabelhafte Thiere u. s. w. unter den

gemeinen Figuren zu finden.

Die der Thier- und Pflanzenwelt entnommenen Vorbilder erfuhren

in Bezug auf Farbe und Form bei ihrer Verwendung in der Heraldik

eine mitunter durchgreifende Veränderung, und zwar mit Rücksicht auf
            
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