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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 10)

Ausstelluug hat sich namentlich der Professor und Museums-Gusto: Nowak

hervorragende Verdienste erworben. - Die zweite Special-Ausstellung

betraf die dem Advocaten Dr. Blumenzweig gehörende Sammlung von

Glaswaaren aus älterer Zeit. Diese Ausstellung fand in den Pfingstfeiertagen

 statt und umfasste nebst der genannten Sammlung, die aus 300

Objecten besteht, 73 Stücke indischer Metallarbeiten, welche das k. k.

Oesterr. Handelsmuseum der Anstalt auf die Dauer der Ausstellung überlassen

 hatte.

Die Bibliothek der küulgl. Kunstgewerbeaohule zu Dresden enthält neben

der Büchersammlung eine reichhaltige Sammlung von Einzelblattern - die sogenannte

Vorbilder-Sammlung - welche aus Photographien, Holzschnitten, Lithographien, Farbendrucken

 etc. gebildet wird. Die Blätter entstammen Zeitschriften, kunstgewerblichen

Sammelwerken, Katalogen etc. und sind nach Material, Technik, Gegenstand und Entstehungszeit

 der dargestellten Objecte geordnet; auf ihre moglichste Vermehrung wird

ein besonderes Augenmerk gerichtet. In der jüngsten Zeit wurden die Zugange der

letzten Jahre in die Sammlung eingereiht und sie besteht nunmehr aus circa 50-000

Blättern mit ungefähr 67.000 Darstellungen, welche in 674 Abtheilungen gesondert sind.

Sammlung Slllküwßki. Die Sammlung des Fürsten Sulkowski wurde kürzlich

durch das Germanische Museum um die Summe von 206.363 Mark erworben. Der Ausdruck

 uSammlungn bedarf jedoch insofern einer Berichtigung, als es sich hie; lnur um

einzelne, allerdings die kostbarsten Perlen der Sammlung des Fürsten handelt, die sein

Großvater Freiherr von Dietrich auf seinem von den Grafen Starhemberg erkauften

Schlosse Feistritz am Wechsel in Nieder-Oesterreich aufgestapelt hatte. Namentlich für

WaiTen hatte Freiherr v. Dietrich eine besondere Vorliebe, und es gelang ihm, die kostbarsten

 Rüstzeuge des Zeughauses der Reichsstadt Nürnberg zu erhalten, die ehemals

weit berühmt waren. Diese seltenen Schätze, wie sie nur in den vornehmsten Wadensammlungen

 sich finden, waren bisher nur Wenigen bekannt, und ebenso war die Thatsache

 in Vergessenheit gersthen, dass sie zum großen Tlteile dem Nürnberger Zeughause

entstammen. Sie bilden zwar nicht den größeren, aber sicher den werthvollsten Tbeil

des alten Nürnberger Bestandes. Die Sammlung enthält eine Reihe von Stücken ersten

Ranges, deren Bedeutung nqch weit über das lnteressc hinausgeht, das sie für Nürnberg

haben, indem einzelne Arbeiten selbst in dem an Rüstungen so überaus reichen Londoner

Tower vergeblich ihres Gleichen suchen. So besitzt nun das Germanische Nationalmuseum

alle die hochinteressanten Rüstungen im Original, welche der letzte Ritter, Kaiser Maximilian,

 in seinem nFreydalc abbilden ließ, und viele Stücke, mit denen angethan die ritterliche

 Gesellschaft jener Zeit die verschiedenen Stechen und Rennen ausführte, die alle Feste

verschönern halfen. Außer den vollständigen oder beinahe vollständigen Rüstungen, darunter

auch eine für Pferde, wird aber auch noch eine Reihe interessanter Einzelstücke, namentlich

merkwürdige Helme, Turnierhandschuhe, Schilde, Tartschen u. A., den Weg in das Germanische

 Museum wandern. Diesen Schutzwaifen reihen sich sodann die Angrißswatfen

an, von welchen ebenfalls sehr charakteristische Stücke sich vorfinden, so gegen hundert

jener riesigen Schwerter, Zwei- oder Bidenhander genannt, baumahnliche Lanzen, prächtig

geatzte Stangenwaffen, Dolche, Streitkolben, Streithammer, Streitlxte und mindestens ein

Dutzend jener auf das reichste geschmückten Radschlossbüchsen aus fürstlichem Besitze,

die mit Einlagen von Perlmutter und Elfenbein versehen, deren Schlosser theilweise

kunstvoll gravirt, geschnitten oder geatzt sind. Eine zweite Abtheilung der Sammlung

umfasst Kunstgegenstände der verschiedensten Art, die sich aber alle entweder durch

Scltonheit oder Eigenart der Form, durch Seltenheit oder Kostbarkeit auszeichnen. Es

sei erwähnt, dass sich italienische Majoliken und rheinische Siegburger Krüge, prächtige

deutsche Glaser und schones Porzellan, ein außerordentlich reiches, in vergoldetem Silber

getriebenes Reiseservice des vorigen Jahrhunderts (4.5 Stücke), Holzschnitzereien, Elfenbeinschnitzereien,

 ein alter silberner Henkelkrug von sehr schoner Arbeit, zwei reiche venetianische

 Prunkschrünke, zwei Vieux-Laque-Schranke auf geschnitzten, vergoldeten Tischen

und noch manches andere hervorragende Erzeugniss des Kunstgewerbes vergangener Jahrhunderte

 darunter behndet. Eine Sammlung für sich bilden die Glasgemülde, deren Zahl

sich über 50 beläuft. Sie enthalt vorzügliche Arbeiten Nürnberger und Schweizer Glasmaler,

 dann solche aus Ulm, Oesterreich u. s. w.

Für die Rcdactiou verantwortlich: J. Follnin und F. Ritter.

Selbstverlag dea k. k. Oesterr. Museums Gir Kunst und Industrie.

luehllrucletd von CIH Gevrolfl Buhla ll Wien.
            
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