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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 10)

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ist eine deutsche, und gehört ohne Zweifel in's 16. Jahrhundert. Ein

hl. Sebastian, gleichfalls polychrom, entstammt der alten alpinen Heiligenschnitzerei;

 eine kniende weibliche Figur, streng symmetrisch

entworfen, erweckt vom Standpunkte des Costümwesens Interesse.

Nächst den Holzschnitzereien sind keramische Arbeiten am zahlreichsten

 in der Figdofschen Schenkung enthalten. Eine größere Anzahl

von Rauriser Ofenkacheln stammt aus einer Zeit, da das seither

verödete Hochthal in den Salzburger Tauern noch reiche Ausbeute an

goldflihrenden Erzen gewährte, und seine damalige Bevölkerung den Segen

des Bergbaues durch eine künstlerische Ausstattung ihrer Heimstätten

zum Ausdrucke gelangen lassen durfte. Auch die italienische Baue rnmajolica

 und die Delfter Fayence, sowie nationale Arbeiten sind

durch vereinzelte Exemplare in der Schenkung vertreten. ln' zwei Bechern

erkennen wir Denkmäler der altvenetianer Glasindustrie. Von

Leclerarbeiten sind mehrere Etuis und Bucheinbände hervorzuheben.

Von Metallen machen sich namentlich die unedlen durch eine

größere Reihe von Gegenständen bemerkbar, zumeist Beschläge und gewöhnliche

 Gebrauchsgegenstände aus Eisen, Zinn und Bronze. Besondere

Erwähnung verdient aber ein kleines, einstmals vergoldet gewesenes

Brunzerelief, mit der Darstellung der Beweinung Christi durch Maria

und Johannes, in der gewohnten altarmäßigen Umrahmung, wie derlei

Andachtsbilclwerke im 16. und 17. Jahrhundert massenhaft hergestellt

wurden. Die Arbeit ist wohl eine italienische; den maßvollen Formen

nach dürfte sie kaum weit über das Jahr 1600 hinausgehen.

A. Riegl.

Die Grundzüge der Heraldik.

Von Hans Ma ch t.

(Schluss)

Offene und geschlossene Helme kamen bei Turnieren zur Verwendung,

 und seitdem das Wappenwesen anfing, seinen Angelpunkt im

Turnier zu suchen, wurde eben auch der Helm, und zwar der Turnierhelm,

 in seinen verschiedenen Abarten als Attribut des Wappens betrachtet.

Der Stechhelm gehörte zum Turnier mit Lanzen und Rennstangen,

der oEene Helm zum Schwert- und Kolbenturnier. Die Turnierhelme

wurden keineswegs in allen Fällen blos aus Eisen oder sonstigem Metall

verfertigt. Die Stücktechnik, wie sie schon beschrieben wurde, kam

mannigfaltig zur Verwendung; mit oder ohne Verbindung mit Blech kam

Leder, Pergament, präparirte Leinwand, -- bemalt, vergoldet, mit eingeritzten

 oder geschnittenen Verzierungen u. s. w. vor.

Im innigen Zusammenhange mit den Turniergebräuchen, insbesondere

mit der Kampfweise mit Schwert und Kolben, standen die in Verwendung

gebrachten l-lelmkleinode oder Helmzierden, welche die am Turniere sich

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