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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 11)

wen:

unseren Füßen. Und dieser Aufstieg ist bequem genug gemacht. Wer

sich nicht der Treppen bedienen will, der besteigt die Waggons der

Drahtseilbahn, deren sich eine inerhalb eines jeden der vier Pfeiler oder

Stützen befindet. Unaufhörlich, von früh bis spät, in stetem Wechsel,

steigen mit dem sausenden Lärm eines herannahenden Hagelwetters je

zwei der Waggons hinauf, die zwei anderen herab. Oben schon auf der

ersten Plattform erwartet den Besucher nicht blos die wundervolle Aussicht,

 auch vier verschiedene Restaurants, nicht kleine Hütten, sondern

große Säle mit oßenen Terrassen, laden ihn ein zu Diners und Erfrischungen

jeder Art.

Wer sich schnell in der ganzen Ausstellung orientiren will, der

kann es am leichtesten oben vom EiEelthurm herab. Wie auf dem Plane

liegt Alles unter ihm, das Marsfeld mit dem Industriepalast und seinen

Nebenbauten, der Trocadero mit seinen Blumen und seinen Cascaden,

selbst jene ferne Abtheilung auf dem Platz der lnvaliden. Den dritten

Theil des Marsfeldes etwa nimmt der lndustriepalast ein mit der Maschinenhalle

 und den weit vorspringenden Flügeln. Die Mitte hat Frankreich

sich selber vorbehalten und den daran stoBenden Raum in den Flügeln

den anderen Ländern überlassen. Die vorderen Hälften der Flügel aber

sind links der Wissenschaft, den Arts liberaux, rechts der Kunst gewidmet.

Abwärts zur Seine_ folgen dann innerhalb von Baumgruppen zahlreiche

Pavillons, welche mit der Reihe jener Gebäude, welche die Geschichte

der menschlichen Wohnung bilden, am Quai d'Orsay abschließen. Auf

der Brücke von Jena passiren wir die Seine und erfreuen uns eine Weile

an dem lebensvollen und bewegten bunten Bilde, das uns der breite

Strom mit all' den reichgeschmückten Bauten an seinen Ufern, mit den

vielen Dampfschiffen, die stets Massen neuer Besucher bringen, darbietet.

Am Hügel des Trocadero, welcher der Garten- und Forstcultur gewidmet

ist, empfängt uns Blumenduft und Blumenfreude, und oben im Palaste

beschließen wir unsere Wanderung mit der Geschichte der französischen

Arbeit, d. h. mit einer Ausstellung von Antiquitäten französischer Herkunft

 seit den Zeiten der Merovinger bis zum Ende des achtzehnten

Jahrhunderts.

Aber wir sind wohl fertig mit Marsfeld und Trocadero, nicht aber

mit der Ausstellung. Wir kehren über den Fluss zurück und in die Nähe

des EiEelthurmes und besteigen die Eisenbahn, welche uns in wenigen

Minuten am Quai d'Orsay entlang vorüber einer Unzahl der Landwirthschaft

 und ihren Producten gewidmeter Gebäude, in jene Abtheilung

führt, welche auf dem Platze der lnvaliden installirt ist. Wie ich schon

angegeben habe, ist sie nach der Länge durch einen bedeckten Gang in

zwei ziemlich gleiche Hälften getheilt, von denen die vordere den französischen

 Colonien gehört, die andere dem französischen Kriegsministerium

und dem gesammten Sanitätswesen, Allem was Wunden schlägt und

Wunden heilt, was Sieche macht und Sieche kräftigt.
            
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