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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 12)

senkrecht und scharf auf das Metall aufprallt. Der Unterschied zwischen

den Stellen, welche so von dem Strahl getroEen werden können, und

solchen, die er nur in schräger Richtung erreicht hat, ist an dem Körner-Denkmal

 in der That auffallend. Der verhältnissmäßig günstige Zustand

des Standbildes im Zwinger mag auch rnit auf Rechnung der Umgebung,

des baum- und wasserreichen Zvfingergartens, kommen. B.

Angelegenheiten des Oesterr. Museums und der mit

demselben verbundenen Institute.

Personalnaehrlohten. Der Director des k. k. Oesterr. Museums,

Hofrath v. Falke, wurde vom Vereine für Geschichte des Herzogthums

Lauenburg zum Ehrenmitgliede ernannt.

- Am 9. November d. J. starb in Wien Herr Achilles v. Melingo,

welcher in der ersten Zeit des Oesterr. Museums unserer Anstalt als Mitglied

 des Curatoriums angehörte, entsendet in dasselbe als Vertreter des

Gemeinderathes. Er war uns stets ein eifriger und thätiger Freund und

trug nicht wenig dazu bei, als sich von Seiten des Gemeinderathes

Schwierigkeiten in der Platzfrsge erhoben, diese zu beseitigen.

Neu ausgestellt: Christus, lebensgroße Figur in Sandstein von Bildhauer Neuhofer

 (Saulenhof). Der seit dem Ende der Lobtneyr-Ausstellung für kurze Zeit geschlossene

 Saal Vl wurde wieder eröffnet mit einer Auswahl von Decken, kirchlichen

Gewändern und Stickereien aus der Textilsammlung des Museums; ferner sind in diesem

Saale neu ausgestellt: zwei Faienceteller mit Vlfappenmalereien von Frl. Anna Peyscha

in Olmütz; eine Collection von Schmuckgegenstanden (Anhlngeschmuck und Ringe) im

Renaissancestil von J. Ldwenhdfer in Budweis; Uhr mit Gehäuse und Console in Holz

geschnitzt im Rococostil von Bildhauer Lars Kruse in Dornbach; Bahrtuch des Militär-Veteranenvereines

 -Fnrst Schwarzenherg: aus dem Atelier von Jos. Marschner; gestickter

Tischlaufer von Frl. Joseüne Zawischkm- Donnerstag den zt. Novbr. ist die Winter-Ausstellung

 des YViener Kunstgewerbe-Vereines im Oesterr. Museum mit ganzlich neuen

verkäuflichen Gegenständen erotfnet worden. Die Ausstellung umfasst dieselben dem Vereine

 permanent zur Verfügung gestellten Räume im ersten Stock. Da aber beim Hinwegfall

 der Weihnachts-Ausstellung die Anmeldungen zahlreicher als sonst einliefen,

und jene Räume nicht ausreichten, ist dem Vereine noch der Saal lX (ebenfalls im ersten

Stock) mit Zustimmung des Curatoriums bis zum Schlusse dieses Jahres überlassen

worden. Die diesmalige Winter-Ausstellung enthält auch jene Gegenstlnde, welche bei

den vom Vereine veranstalteten Concurrenzen um billige und doch schone Arbeiten Preise

davon getragen haben.

Besuch des Museums. Die Sammlungen des Museums wurden im Monate

November von 7938, die Bibliothek von 1695 und die Vorlesungen von 960 Personen

 besucht.

Vorlesungen. Am 7. November sprach Professor Dr. Josef Bayer über nKDnstlerreisen

 im 15, und 16. Jahrhunderts.

Der Vortrag beginnt mit der Reüexion. dass die Reiselust der Künstler heutzutage

etwas ganz Gewohnliches sei. und fahrende Künstler es wohl auch zu früheren Zeiten gegeben.

 Aber die Beweggrunde, die Veranlassungen der Künstlerfahrten waren vordem

meistens andere, als heutigen Tages. Wenn wir diesen Veranlassungen nachforschen, die

inneren und äußeren Schicksale der Kunst, die sich daran knüpfen, in's Auge fassen, dann

gewinnen wir dadurch gleichsam eine raumliche Perspective für die Kunstgeschichte.

Die Kunst der Fruhrenaissance entwickelte sich theils ßrtlich und landschaftlich,

theils hatte sie einen centralen Zug, um zu einheitlichen artistischen Principien zu gelangen.

Die letztere Tendenz bedingte die frühen Studienreisen der bahnbrechenden Quattrocento-Architekten

 aus Florenz und Oberitalien nach Rom (eines Brunellesco mit Donatello, ferner

eines L. B. Alberti, Filarete, SimoneCronaca, Fra Giocondo, Falconetto), um dort zwischen den

Ruinen des Forums u. s. f. das erste Programm der Renaissance-Architektur zu redigiren. Aber
            
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