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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 12)

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Auf diesem Standpunkt steht auch Alles, was sonst in japanischer

Art auf der Ausstellung sich findet. Das Meiste und das Beste darunter

ist französische Arbeit. Unter den Silberschmieden ist es Christofle, der

mit Geschick und Verstand japanische Metalltechnik auf europäische

Formen übertragen und sich dabei auch in der Ornamentik der japanischen

 Bizarrerien enthalten hat, freilich nicht gänzlich. Sodann machen

ein paar Möhelfabrikanten Specialität aus allerlei japanischem Mobiliar

aus hellem und dunklem Holz, mit geometrischer Marqueterie, mit Lack

und Perlmutter. Viel weiter reicht der Japonismus unserer Tage noch

nicht und er wird trotz aller Bemühungen seiner Freunde auch kaum

darüber hinausgehen.

Werfen wir noch einen flüchtigen Blick nach dem Norden, so betrachten

 wir mit Vergnügen die ausgezeichnete, wie ein Bild des Nordens

arrangirte Ausstellung der Pelze und der Seevögel in der norwegischen

Abtheilung. Wir freuen uns gleicherweise, dass die originellen Schmuckarbeiten

 Skandinaviens, von denen Altes und Neues in reichen Collectionen

 nebeneinander steht, diese Schmuckarbeiten von schön gewundenem

 Filigran mit ihrem klingenden Behang, immer zahlreichere Freunde

zu finden scheinen; denn nicht blos die Zahl und Mannigfaltigkeit der

Gegenstände, auch die Zahl der Fabrikanten in Norwegen wie in Dänemark

 scheint gewachsen. Wir sehen ebenfalls als Kunstfreund mit großem

Vergnügen, dass die schönen Emailarbeiten Russlands, die goldenen,

farbig geschmückten Dosen und Gefäße, um eine neue, schöne, ja um

die schönste, aber auch schwierigste Art sich vermehrt haben. Es sind

goldene Gefäße, Schalen und Becher, in denen der durchsichtige Schmelz

ohne jeden Metallfond, auf welchem er haften könnte, frei wie in einem

Netz sich befindet, so dass sie, gegen das Licht gehalten, wirken wie ein

farbiges Glasfenster feinster und kleinster Art. Uehrigens ist es einigermaßen

 auffallend zu sehen, dass Russland keineswegs in dem Maße hedeutungsvoll

 ausgestellt hat, als man nach der politischen Freundschaft

mit Frankreich hätte schließen mögen. Es ist da mit Gegenständen aller

Art, aber sie drängen sich nicht.

Das große und allgemeine Interesse dieser Ausstellung wendet sich

Frankreich zu. Frankreich hat ja für alle Lücken eintreten müssen, aber

seine Aufgabe war eine größere, eine nationale. Es musste zeigen und

beweisen, dass es nach all' den Niederlagen, unter all' den Wirren und

Wechseln, welche es im Innern nicht zur Ruhe kommen lassen, immer

noch in der stillen Arbeit des Friedens, wenigstens in der künstlerischen

Arbeit, die erste Stelle behauptet. Andere Länder haben sich vom französischen

 Geschmack befreit und eine eigene Kunstindustrie geschaffen,

überall sind Concurrenten erwachsen; der französische Export an Artikeln

 der Kunst und der Mode - so haben wir wieder und wieder

gelesen - hat jährlich um viele Millionen abgenommen; Länder, die

früher in diesen Dingen gar nicht in Frage standen, importiren Gegen-
            
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