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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1890 / 5)

rühmen, das mindestens unter dem Einfluss der Egberfschen Schule entstanden

 ist. Es ist das nicht unbedeutend große Goldkreuz der Schatzkammer,

 mit allen seinen Witzen der Goldfiligranlöthung und Edelsteinfassung.

 Die starke Hervorhebung der Reliquien des heil. Sylvester dürfte

auf die Zeit Sylvester II. hinweisen.

ln Sachsen waren besonders die adeligen Daruenstifte die Heimat

edelster Künste. Das adelige Stift Essen") ist schon 845 von Altfried,

späterem Bischof von Hildesheim, begründet worden; die Bestätigung

erfolgte 873 (874), kein Wunder, wenn es in seinem Münster ein Abbild

des damals berühmtesten Baues diesseits der Alpen, des Aachener Domes,

bietet, in dem bis heute erhaltenen Westchor. DieArbeiter, welche die antike

Säule aus Rom mitgebracht haben, werden wohl auch den Dom erbaut

haben. Die Arbeiter waren wahrscheinlich doch nicht Deutsche, sondern

Lombarden, wo ja die Urbilder auch des Aachener Domes zu finden sind.

ln diesem Prachtbau walteten fast durchgängig kaiserliche Prinzessinnen

als Aebtissinnen. In der Zeit, als Bernward lebte, regierte hier Mathilde,

die Enkelin des großen Kaisers Otto von dessen erster Frau Edith. Sie

dürfte wohl um das Jahr 966 Aehtissin geworden und zu Bernward's

Zeit wohl öfter bei Hofe gewesen sein; sie regierte bis lOll. Den

siebenarmigen Leuchter, der heute noch die Stiftskirche ziert, dürfte

Bernward's Gießerei geliefert haben; wahrscheinlich hat der Romaufenthalt

 Bernward's die Anregung zu dessen Herstellung gegeben. Aus

Mathilden's Zeit stammen die prachtvollen Goldkreuze, fast einzig in

ihrer Art: sie gehören der egbertinischen Goldschmiedeschule an und

übertreffen, außer den Schätzen Triers und Aachens, alles Andere, was

sonst an Goldkreuzen des frühen Mittelalters in unseren Schatzkammern

vorhanden ist. Hier treffen wir die feinen Goldplättchen, mit denen der

Holzkern der Kreuze überzogen ist; auf ihnen aufgelöthet in augerquickenden

 Linien, feinstes Goldfiligran; hier treffen wir die herrlichste

Fassung der Edelsteine auf Betten von Goldfiligran, die aus der Ebene

des Grundes in kleinen Säulenstellungen sich erheben; hier Goldemails,

sogenannte cloisonnes, die der oberflächliche Beschauer für byzantinisch

hallen möchte, wenn er die aus Goldfäden mitten im Emailgrunde gebildeten

 Buchstaben nicht sähe, welche lateinische Worte bilden: Mathild

Abbatissa und Otto Dux und den Titulus des Kreuzes.

(Fortsetzung folgt.)

Zur Kenntniss der gravirten Bronzeschüsseln

im Mittelalter.

ln einem Artikel dieser vMitlheilungenu (Jahrg. 1887, S. 381) habe

ich von mittelalterlichen gravirten Bronzeschüsseln gehandelt. Zu dem

") Archiv für Geschichte des Niederfheins. N. F. l, 61 fg.
            
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