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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1890 / 5)

ß-Plastik

 unmittelbar neben zarten, fast schwächlichen Formen finden. Hier

im plastischen Kreuzigungsbilde erscheint Christus bärtig; die Emailwerke

 sind gleich denen am Andreas-Reliquiar in Trier. Vergleicht man

nun die Arbeiten, welche in Hildesheim als Werke Bernward's bezeichnet

werden, z. B. das große Goldkreuz mit den Filigranwerken und Edelsteinfassungen

 dieses Codex und denen der Trierer Schätze (zu Trier und Limburg

 ajLJ, so sieht man, dass Hildesheim die Trierer Technik angenommen

 hat, dass Bernward von Egbert gelernt hat.

Egberfs Kunst ward auch in Frankreich bewundert und gewürdigt:

er arbeitet für Rheims ein wunderbares Goldkreuz (admirabile opus

crucis), das in den Briefen des Erzbischofs Adalbero (abgefasst von

Gerbert) viel gepriesen wird. Egbert dürfte es Anfang November 987

nach Verdun geschickt haben, trvelche Stadt Adalbero auf einer Reise berührte

 und daselbst das Kreuz erwartete (Briefe des Gerbert, Nr. 106, 126).

Es musste Email gehabt haben, welches Adalbero (Gerbert) unter vVitrum-l

versteht (Brief Nr. x04).

Egberfs Einfluss zeigt sich auch weit hinein in's sächsische Land: an

einem Orte, wo kein Bisthum war, wo im Rachen Lande auf einer nicht

allzu festen Burg die Brunonen hausten, in Dankwarderode, mitten in der

heutigen Stadt Braunschweig, tauchen zwei Goldkreuze auf, welche deutlich

die Techniken des Egbert zeigen: in der feinen ars clusoria, in der Vorliebe

für Email. Es sind die zwei Goldkreuze, welche noch heute einen Bestandtheil

 des Braunschweig-Lüneburg'schen Reliquienschatzes ausmachen. Egbert

war aber auch der Oheim der Gertrud, der Gemahlin LudolPs des Brunonen u).

Gertrudis hat die Kreuze dern Stifte S. Blasien geschenkt zum Seelenheil

ihres Gemahles Liudolf, also nach 1038, in welchem Jahre Liudolf gestorben

ist. Da war freilich Egbert schon über 4.0 Jahre todt, aber seine Wirksamkeit

 hielt noch lange an, namentlich wenn man annimmt, dass diese

zwei Kreuze in Holland, wo der Bruder des Egbert Graf war und wo

auch Liudolf das Münzrecht ausübte, verfertigt worden seien. Dieser Wink

dürfte auch dafür nutzbar sein, woher denn eigentlich die ernpaistische

Goldschmiedekunst und die ars clusoria des Egbert stamme. Aus den

hochcultivirten Gebieten am Niederrhein, wo lange sich die antike Cultur

gehalten, wo auch durch das ganze Mittelalter die Goldschmiedekunst in

wunderbarer Blüte stand: das erlauchte Haus der Karolinger hatte dort

seine Wiege stehen; Pipin stammt von Heristal bei Lüttich.

Die sächsischen Bisthümer haben _noch ansehnliche Reste alter

Kirchenschätze gerettet: aber nur Münster kann sich eines Stückes

M) Theodorich

I



Egbert von Trier, 1- 9. Dec. 993- Arnulf von Holland.

l



Theodorich Siegfried. Gertrud mit Ludolf, 1- 1077.
            
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