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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1891 / 5)

wurde in einem Conseilbeschlusse aber auch das ausschließendste Privilegium

 für die Fabrik und absolutes Concurrenzverbot ausgesprochen.

Nun begannen goldene Tage für die Manufactur. Das lebhafte lnteresse,

 das der Hof und namentlich Madame de Pompadour für dieselbe

fasste, ließen Sevres die reichsten Hilfsmittel zufließen. Die bedeutendsten

Kunstkräfte stellten sich zur Verfügung. Prächtige, vollendete Kunstwerke

wurden geschaffen, so kostbar durch Aufwand reichsten künstlerischen

Schmuckes, dass diese Porzellane von da an als das Kostbarste galten,

was der französische Hof an fremde Souveräne, Minister, Staatsmänner

zu vergeben hatte.

Und so galt es zum Segen für die weitere Entwickelung von Sevres

auch in der Folge.

Zu diplomatischen Geschenken wurden meist die kostbaren Werke

von Sevres gewählt und für diese Verwendung bekam Sevres hinwiederum

die höchsten künstlerischen und technischen Aufgaben.

In erster Linie deckte die Manufactur natürlich den Bedarf des

Hofes und Hofstaates selbst. Die Marquise de Pompadour und fast mehr

noch ihre Nachfolgerin, die Herzogin Du Barry, ließen es an den capriciösesten,

 schwierigsten Aufgaben, aber auch an den reichsten Geldzußüssen

 nicht fehlen.

So wurden jene Massen von Bijoux, meist kleine Objecte zum

Schmuck des Boudoirs uqd der Etagere geschaffen, die heute gleich wie

damals mit vollem Entzücken betrachtet werden müssen.

Diese kleinen Meisterwerke von Vieux Sevres sind heute, soweit sie

in Privatbesitz gelangt sind, Juwelen und kostbaren Werken der Goldschmiedekunst

 gleich bewerthet.

Der Ausführung von Arbeiten in größeren Dimensionen, wie sie

in der echten harten Masse von Meißen, Wien etc. hergestellt wurden,

setzte die päte tendre, die weiche, im Feuer so leicht zusammensiokende

 Masse von Sevres fast unüberwindliche Schwierigkeiten entgegen;

 und so empfand Sevres, trotzdem es mit seinen preciosen Kleinobjecten

 die anderen staatlichen Porzellanfabriken Europzfs nicht nur

erreicht, sondern in künstlerischer Hinsicht wohl sogar überßügelt hatte,

dennoch immer den Neid, es ihnen nicht ganz gleichthun zu können, so

lange es in seinem Surrogate schuf und nicht auch echtes, wirkliches,

hartes Porzellan herzustellen vermochte.

Das Sehnen, hinter das Geheimniss des letzteren zu kommen, war

daher wach geblieben seit der Gründung der königlichen Porzellanmanufactur

 und sogar mit der stetigen technischen Vervollkommnung der

deutschen Fabriken immer mehr rege geworden. Dies erhellt wohl am

besten aus dem Eifer, mit welchem die erste Gelegenheit, die sich darbot,

das Porzellanrecept käuflich zu erwerben, ergriffen wurde.

Schon 1753 hatte ein gewisser Paul Hannong, ein Faiencier aus

Straßburg, der königlichen Manufactur - damals noch zu Vincennes -
            
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