Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1891 / 11)

Planimetrie und Stereometrie, Maschinen-Construction und Maschinenzeichnen,

 Bauconstruction und Bauzeichnen. Auch in diesen Gegenständen

wird der Unterricht in den Abendstunden ertheilt. Eine Ausnahme findet nur

Sonnabends statt, an welchem Tage von 2 bis 5 Uhr Nachmittags chemische

Arbeiten vorgenommen werden. Zu entrichten ist an Eintrittstaxe 2 sh.

6 d.; ferner Lahoratoriumstaxe 2 sh. per Monat; Vortragshonorar, im Falle

der Schüler nicht mehr als zwei Gegenstände hört, je t sh. per Monat;

für einen weiteren Gegenstand 6 sh.

Die Schüler sind verpflichtet, wenigstens 25 Vorträge zu hören und

die vorgeschriebenen Prüfungen abzulegen. Die Curse werden nicht abgehalten

 im Falle sich nicht die genügende Anzahl von Schülern hiezu meldet.

Aus dem hier Angeführten allein ist schon ersichtlich, dass das

zu erreichende Ziel der in dieser Art organisirten Schulen nicht in erster

Linie die Ausbildung von Arbeitskräften, insbesondere nicht von artistisch

gebildeten für die keramische Production sein kann. Weitaus mehr scheint

der Lehrplan geeignet, Besitzern keramischer Unternehmungen allgemein

 nützliche lnstructionen zu verschaffen. Schulen, in welchen hauptsächlich

 das Zeichnen und Modelliren gepflegt wird, wie in Minrons

memorial xchool of art, Stoke-on-Trent, mögen die Zöglinge wohl,

wie verlautet, als eine Vorstufe für das akademische Kunststudium

betrachten.

Es kann ferner auch keinem Zweifel unterliegen, dass der gewerbliche

 Schulunterricht zwei wichtige Factoren, deren Wirksamkeit die

großen keramischen Manufacturen niemals missen können, unter keinerlei

Umständen in Rechnung zu ziehen im Stande ist: Erstens die intensive praktische

 Uebung, in frühem Lebensalter beginnend und ununterbrochen fortgesetzt;

 zweitens, die Durchführung der Arbeitstheilung. Für die Heranbildung

der Virtuosen der Mache, wie man die kunstindustriellen Arbeiter

 wohl nennen kann, sorgen die Fabriken in ausreichender

Weise selbst.

Auf den Lehrstoff der Centrale des kunstgewerblichen Unterrichts

Englands, der Schule des South-Kensington Museums und die durch

dieselbe mögliche künstlerische Belebung der gewerblichen Production

soll später noch zurückgegriffen werden.

Die mit dem Titel Royal Porcelain Works ausgezeichnete Fabrik

zu Worcester erzieht ihre künsterischen Kräfte zumeist selbst. Die

Lehrlinge kommen im Alter von 14 Jahren in die Anstalt. Nur der früh

begonnenen, jahrelang ununterbrochen und gleichmäßig währenden Uebung

der Arbeiter ist die Sicherheit der Mache, die tadellos präcise Ausführung

 in Form und Verzierung, welche die Erzeugnisse der Worcester

Porcelain Works auszeichnen, zuzuschreiben. In Worcester ist die Theilung

der Arbeit zweifach wichtig. Einerseits in Anbetracht der verschieden--artigen

 Verzierungsmethoden, welche die Erzeugnisse dieser Fabrik in hohem

Grade abwechslungsreich gestalten; anderseits aber auch durch die prak-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.