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ein echtes Mittelglied zwischen Italien und der Alpenzone. Es nahm an
dem ersten Aufschwung der östlichen Poebene theil, aber es bewahrte
sich seinen Bronzezeitcharakter, während ltalien mit vollen Segeln in das
neue Fahrwasser der ersten Eisenzeit hineinsteuerte.
Die interessanteste Erscheinung der Bronzezeit in Italien sind die
Terramaren der Emilia. Es sind bekanntlich umwallte Pfahldörfer auf
trockenem Boden. Die Erhöhung der Baufläche geschah zum Schutze
gegen die Ueberschwemmungen, welchen die weitgedehnte Poebene so
häufig ausgesetzt ist, und die Wahl des Pfahlrostes statt des Erdaufwurfes
beruht auf alter Tradition; denn die Terramaren sind eine Fortsetzung
der östlichen oder venetischen Seestationen; sie sind die Uebergangsform,
unter welcher das Pfahlbauleben mitten im Zuge der fortschreitenden
Entwicklung zu Ende ging. Peschiera liegt gleichsam an
dem Rande dieses Stromes und erhielt sich deshalb unberührt von
den Wirkungen desselben. Das Gleiche gilt von der abseits liegenden
Schweizer Pfahlbauregion, die ein lange dauerndes und bochentwickeltes
Bronzealter repräsentiren, während bei uns in Oesterreich -- und das ist
wieder sehr bezeichnend für die allgemeine Richtung jenes Culturstromes
- das ganze Pfahlbauwesen nicht über die jüngere Steinzeit hinausreicht.
Jene emilianischen Bastard-Pfahlbauten sind außerdem höchst beachtenswerth
als Zeugnisse eines ersten großen Haltes, welchen die einwandernden
ltaliker im Norden ihrer Halbinsel gemacht haben. Sie sind
mit ihrer durchgängigen pedantischen Orientirung nach den vier Himmelsrichtungen,
mit ihrem durchaus agricolen Charakter und vielen anderen
bezeichnenden Merkmalen der älteste bekannte Ausdruck jener Geistesrichtung,
in deren erweiterten Bahnen die italischen Stämme die Weltherrschaft
erstritten und behaupteten. Aber das Handwerk liegt in
bedenklicher Weise darnieder, und von Kunst ist gerade soviel vorhanden,
um den fast völligen Mangel dieses Triebes bei den Terramaricolis
zu zeigen. Diese poesielosen Bauern widerstanden in angeborener
Tüchtigkeit der Versuchung, in den sie rings umgebenden Wäldern ein
freies romantisches Jäger- und Hirtenleben zu führen, wie es vor ihnen
und neben ihnen die halbwilden Ligurer führten. Sie besaßen tiefe Anhänglichkeit
an die Scholle, einen hohen Sinn für Ordnung und Gesetz,
ja selbst für die Zucht der äußeren Erscheinung ihrer Person, wie das
häufige Vorkommen von Kämmen und Rasirmessern in den Ruinen ihrer
Wohnstätten bezeugt. Diese Leute drückten sich nicht mehr mit Röthel
beschmierte Thonstempel auf die Gesichts- und Brusthaut. Aber sie
thaten auch wenig, um das sesshafte bäuerliche Dasein durch Ausbildung
eigener oder Uebernahme fremder Erfindungen behaglicher und anmuthigc r
zu gestalten.
Sie betrieben den Bronzeg uss. Das bezeugen die erhaltenen Steingussformen
von Lanzenspitzen, Dolchen, Sicheln, Meißeln, Rasirmessern.
Das Metall erhielten sie fertig von auswärts; es war eine kostbare Sache