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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1893 / 12)

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gewesen sein, wie denn wirklich im Juni dieses Jahres bei der Herstellung

 der für das Jasomirgott-Denkmal bestimmten Nische zwei romanische

Löwen gefunden worden sind, die in der Mauer als Baumateriale waren

verwendet worden. Diese Löwen zeigten keinen Ansatz auf dem Rücken,

dass sie etwa als Träger von Säulen bestimmt waren, aber sie sind am

Rücktheil nicht völlig fertiggestellt, so dass es den Anschein hat, dass

sie aus einer Mauer herausragten. Der eine wurde in die Sacristei übertragen,

 der andere konnte nicht aus dem Mauerwerke losgelöst werden,

ohne den Bau zu gefährden. Zwischen den Vordertatzen hält der Löwe

einen Menschenkopf. Also wieder ein Bild des Teufels. Schwieriger sind

die Darstellungen an manchen südtirolischen Portalen (z. B. Burg Tirol).

Ganz besonders schwierig aber, weil erdrückend durch die Menge, sind

diese Gebilde an der Kirche S. Michele zu Pavia, wo sie in bandartigen

Streifen um den ganzen Bau sich ziehen. Mannigfach sind die phantastischen

Gebilde an den Pfeilercapitälen der S. Aegydien-Kirche in Braunschweig

(jetzt zu Kunstausstellungen benützt). Ehemals war hier ein berühmtes

Benedictiner-Kloster.

Die reichen Domstifte und die Benedictiner waren es, die diese Zier

des Gotteshauses und ihrer Kreuzgänga in's Dasein rufen konnten, ja die

auch die Volkssagen, selbst Früchte gelehrter Studien zur Erweiterung

des Bildschatzes und damit der Symbolik verwenden mochten. Wie schon

in alter Zeit halfen für die Erfindung die aus dem Oriente mitgebrachten

Stoffe, Geräthe, Schnitzwerke getreulich mit und mögen auch, da sie

selbst nicht immer gleich blieben, zum Wandel oder zur Entwicklung

eines Typus und damit auch zur Entwicklung der sich daran knüpfenden

wMoralu beigetragen haben. Gegen die Cluniacenser wendet sich darum

S. Bernard mit seinen diese Phantastik bekämpfenden Sätzen, die so oft

abgedruckt und verwendet worden sind, dass ich leicht davon absehen

kann. Gewöhnlich freilich übersieht man, dass er nicht durchwegs die

Kirchen, sondern die Kreuzgänge bespricht, in denen die Phantastik

sich geltend mache. Gerade hier mochten aber Sagen und Geschichten

zur Darstellung kommen, die dem Volke sicher nicht verständlich waren,

zumal sie oft geradezu auf gelehrten Studien beruhten. Ein Kreuzgang,

der des Domstiftes zu Basel ist es, wo weit über den Physiologus, weit

über die Bibel, über die Kirchenväter hinaus orientalisch-westländische

Motive verwendet sind: ein Mann sitzt in einer Art Korb, gebildet aus Fellen,

er hält in den beiden Händen je einen Stab, auf welchen ein Schweinchen

gespießt ist. Zwei Greifen tragen an Schlingen den Korb mit dem Manne in

die Luft, denn er hält den nach dem Braten gierigen Greifen die Thierchen

vor. Es ist das Alexander der Große, der nach dem vom Pfaüen Lamprecht

 (von Hersfeld, 1- ungefähr iioo) bearbeiteten Gedichte bis zu

den Engeln vordringen will. Nach Ulrich von Eschenbach steigt er so

hoch, dass ihm die Erde vorkommt, wie ein auf dem Wasser schwimmender

 Hut: die Greifen Biegen, bis Müdigkeit und Hitze zur Rückkehr
            
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