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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1893 / 12)

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Nicht viel anders ist es mit der Fayence, deren Hauptvertretung

Ditmar in Znaim mit bekannten Gegenständen (d. h. nach ihrer Art bekannten)

 und Wahliss besorgt haben. In der Abtheilung von Wahliss

aber findet sich eine große Collection von Gegenständen, Gefäßen von

verschiedener Art aus der Fabrik Szolnay in Fünfkirchen, welche ebenso

neu wie reizend sind. Es sind neue Farbentöne, darunter ein wunderschönes

 Roth, welche mit mildem metallischen Glanze und mit orientalisirender

 Zeichnung die Gefäße überziehen. Die Wirkung ist so fein gehalten,

 Zeichnung und Farbe stimmen so harmonisch, dass diese Arbeiten

alle miteinander einen wahrhaft erfreuenden Eindruck machen. Hoffen

wir, dass der amerikanische Geschmack dieses neue Genre nicht wieder

verdirbt.

Selbstverständlich ist auch das ganze Gebiet der Möbelindustrie reich

vertreten. Das Interesse knüpft sich aber diesmal nicht an die größeren

Gegenstände der Hausausstattung, an Credenzen, Kasten, Betten u. dgl.,

obwohl nach vorausgegangener strenger Auswahl nur Gutes darin vorhanden

 ist, als vielmehr an Gegenstände des Luxus und der allerfeinsten

Arbeit. Unten rings in der Säulenhalle beherrschen zierliche Phantasiemöbel

 in Tischchen, Kästchen, Etageren, Sesseln den Eindruck, Gegenstände

 von feiner Arbeit mit viel Vergoldung, selbst mit Lacktnalerei,

neben denen einige bescheidene Glaskasten im Empirestil einen guten

Gegensatz bilden. Unter der Menge dieses Geräthes, das vorzugsweise

zum Schmuck und zur Ausstattung von Salon und Boudoir bestimmt

ist, erheben sich aber ein paar Gegenstände zur höchsten Kunstleistung

in ihrem Genre, beide in Art der reichen Cabinetkesten des t6. Jahrhunderts

 gehalten. Der eine dieser Kasten, eine Arbeit von Reschenhofer,

zierlich prolilirt, die Ornamente in zartem Relief auf's Vollkommenste

ausgeführt, in lichtem gelben Holz gehalten, stellt sich als ein Werk im

reinsten Stil der Renaissance darf: Alle diese Vorzüge, nur reicher noch

und kräftiger gehalten, zeigt auch der andere Cabinetkasten, ein Werk

lrmler's, das, auf Kosten des Hoftiteltaxenfonds ausgeführt, ein bleibendes

Denkmal seines vortrefflichen Meisters im Oesterr. Museum bilden wird.

Von Außen reich geschnitzt, zeigt es im Innern an Schiebläden und

Fächern Marqueterie, wie das die Art seiner alten Vorbilder war.

Ungern übergehen wir andere Gegenstände, zumal auf dem Gebiete

der Möbelindustrie, wo unter Anderen A. Albert eine neue Richtung

einzuschlagen versucht, ungern lassen wir andere minder wichtige Zweige

der Kunstindustrie hinweg, aber unser Bericht hat sich schon weiter ausgedehnt,

 als unsere Absicht war. Wir müssen uns mit dem Gesagten begnügen

 lassen, aus dem wohl hervorgegangen ist, dass diese Ausstellung

speciell viel Neues, Gutes und Lehrreiches bietet, und dass überhaupt

auf dem Gebiete unserer Kunstindustrie reges Leben und Bewegung

herrscht. J. v. Falke.
            
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