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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1893 / 12)

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Polnische Wasserzeichen.

F. Piekosiüski hat unter dem Titel nSyredniowieczne znaki wodnetou

auf 77 Tafeln 795 Copien von Wasserzeichen veröffentlicht, die er in

dem Papier von Handschriften des 14. Jahrhunderts in den Bibliotheken

Krakau's, in der Breslauer Bibliothek und in den Archiven zu Posen und

Warschau aufgefunden hat. Da vor dem Ausgange des genannten Jahrhunderts

 Papiermühlen in Polen nicht nachzuweisen sind, muss ausländische

Herkunft der Papiere angenommen werden und für die genauere Bestimmung

leisten die Wasserzeichen nur in beschränktem Maße Dienste, weil die

ursprünglichen Fabriksmarken mit der Zeit zu Bezeichnungen bestimmter

Papiergattungen wurden und daher für die beliebtesten Sorten überall

mit oder ohne Zusätze oder Veränderungen nachgeahmt worden sind.

Die Zahl der Zeichen, die wenigstens in ihrer ursprünglichen Gestalt auf

Länder oder Städte zurückgeführt werden können, ist noch nicht groß

und daher jeder neue Beitrag zur Kunde der lndustrie in einzelnen Landschaften

 willkommen zu heißen. Nur darf eine Bemerkung auf Seite 287

des nAnzeigers der Akademie der Wissenschaften in Krakau, 1893, Octm,

dessen Bericht über Piekosinskfs Publication diesen Zeilen zu Grunde

gelegt ist, nicht so verstanden werden, als sei in Westeuropa auf diesem

Gebiete noch nichts geleistet worden. In Friedrich Kapp's Geschichte des

deutschen Buchhandels habe ich (auf S. 820) eine keineswegs auf Vollständigkeit

 Anspruch erhebende Uebersicht der einschlägigen deutschen,

französischen, niederländischen, englischen und italienischen Litteratur

gegeben und ebenda auch diejenigen Marken bezeichnet, für deren Ursprung

 bestimmte Daten sprechen. Orts- und Geschlechtswappen bieten

am ersten Anhaltspunkte, z. B. der französische Lilienschild, die Wappen

von Nürnberg, Augsburg, Breslau u. a., die Leiter der Scaliger, das Eichbäumchen

 der Rovere, der Helm der Carrara etc. und in dieser Richtung

ist Piekosinskfs Arbeit besonders werthvoll.

Die erste Spur polnischer Papierfabrication findet sich um 1496. In

Acten des Civilgerichts zu Krakau von diesem Jahre kommt als Wasserzeichen

 ein Doppelkreuz vor, das später über einem gekrönten Wappenschilde,

 endlich innerhalb eines Ringes mit oder ohne Krone erscheint. Dies

Kreuz ist das Wappen des Klosters zum heil. Geist zu Pradnik bei Krakau,

woselbst 1528 eine Mühle, win quo papyrus conficituru, erwähnt wird.

Die zweite Fabrik scheint von den Cisterciensern in Mogila bei

Krakau gegründet worden zu sein, deren Wappen, ein weißer Pfeil in

rothem Felde (Odrowqz) das Papier der Klosterchronik von 1504 zeigt.

Von 1547 an wird diese Marke durch das Wappen des jeweiligen Abtes

ersetzt. Die Fabrik gelangte im 17. Jahrhundert zu solcher Blüthe, dass

ihr Papier ein beträchtlicher Ausfuhrartikel wurde.

Die Familie Bonar besass zwei Pnpiermüblen, eine in Bonarka, einem

Dörfchen südlich von Krakau, die andere in Balice, dem Stammsitze des
            
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