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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1894 / 9)

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lasse dem Historienmaler und Professor an der Kunstgewerbeschule des 
Oesterr. Museums, Andreas Groll, das Ritterkreuz des Franz Joseph- 
Ordens allergnädigst zu verleihen geruht. 
POISOIISJIIEOhIiOhUQn. Der Director des k. k. Oesterr. Museums, 
Hofrath R. v. Falke, ist von seinem Urlaube zurückgekehrt und hat 
die Leitung des Museums wieder übernommen; der Vicedirecxor des Mu- 
seums, Regierungsrath B. Bucher, hat einen bis zum I. October wäh- 
renden Urlaub angetreten. 
Die Grafmche Sammlung von Alterthümern aus Aegypten 
(Porträts, Masken, Schmuckgegenstände, Gewebe), welche den Saal Vl 
einnimmt, bleibt noch den ganzen Monat September ausgestellt. Im Monat 
October findet sodann in demselben Saal eine Ausstellung der unter Lei- 
tung von Fräulein Mirani stehenden Fachschule für Kunststickerei statt, 
welche nunmehr das zwanzigste Jahr ihrer Existenz zurückgelegt hat. 
Im Monat November folgt eine Ausstellung sämmtlicher Arbeiten des 
k. k. Kammermedailleurs und Graveurs Anton Scharff. 
Kunstgewerbesohule. Für das Schuljahr i894f95 wurde mit der 
Unterrichtsertheilung im technischen Zeichnen wie im Vorjahre Professor 
Julius Kajetan, und mit der Ertheilung des Unterrichts in der Geschichte 
der Kunsttechnik Professor Hans Macht betraut. 
- Mit Genehmigung des Ministeriums für Cultus und Unterricht 
wird im Schuljahre 1894195 an der Kunstgewerbeschule von dem Docenten 
für Kunstgeschichte, Dr. Eduard Leisching, ein Curs über österrei- 
chische Kunstgeschichte von der Römerzeit bis auf die Gegenwart 
abgehalten werden. 
E9800): des Museums. Die Sammlungen des Museums wurden im Monat 
August von 4591, die Bibliothek von 1034 Personen besucht. 
Litteratur- Bericht. 
Die Proportionen des menschlichen Körpers, mit Maßangaben dargestellt 
nach den berühmtesten Antiken von Girard Aud ran. Neu heraus- 
gegeben von C. Fenner. 28 Tafeln in 9 Heften. Zürich, Orell FüBli, 
o. J. 9 Liefgn. ä Frcs. t'6o : M. F40. 
Der durch seine originellen Schriften über das Zeichenwesen schon bekannte 
Herausgeber führt die Messungsresultate antiker Statuen - in Paris bei Audran 1683 
zum ersten Male erschienen und daselbst bei Bance 1855 wieder aufgelegt - neuerdings 
in einer billigen Ausgabe dem Publicum vor. 
Da es sich bei diesen Maßangaben um die oberflächlichen Dimensionen der 
benützten plastischen Werke handelt, die allgemeinen Verhältnisse des Skelette daher so 
viel wie ganzlich unberücksichtigt sind, so können die gefundenen Langen zum grüüten 
Theil nur auf menschliche Körper in den bestimmten Lagen der gemessenen Originale 
bezogen werden. Gleichwohl denkt der Herausgeber, wie er es in seiner vorausgeschickten 
Anleitung ausspricht, ndass für alle Theile des menschlichen Korpers der Künstler wün- 
schenswerthe Aufschlüsse finden wird, ohne zur Anatomie sich wenden zu 
müssenu, wobei er freilich übersieht, dass es für Künstler eine vorzügliche Anatämie 
geben kann, die über die Proportionen des Menschen nicht ein Wort verliert. 
M-t.
	        

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