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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1894 / 12)

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Litteraturangaben beigefügt. Die t. Gruppe bilden die Gesammtwerlre einzelner Meister,

wie Le Pautre, Berain, Marot, Schübler, Oppenort, Meissonnier, der beiden Cuvillies,

Delafosse etc., dietz. Gruppe Ornamente im Allgemeinen, d. h. Verzierungen, welche

nicht für einen bestimmten Gegenstand, sondern für mannigfaltige Verwendung gedacht

sind. Gruppe 3 enthält unter dem Titel: w-Klein-Ornarnentu, die verschiedenen Entwürfe

für Goldschmiedezierart, Schmuck, Verzierung von WaEen u. dgl. Daran reihen sich

4. Gefäße und Gerate, 5. Schlosserarbeiten, önlnstrumente und Maschinen, 7. Mübcl,

8. Wagen und Schiffe, 9. Stickmustcr, to. Baukunst, n. Gartenltunst, iz. Pcrspective,

13. Decoration (Innen-Ausstattung, Monumentab, Theater- und Architekturmalerei), t4. Figürliches

 (Entwürfe und Studien, Zeichenschulen. Anatomie, Plastik, Münzen, Medaillen,

Gemmen, Blumen), 15. Feierlichkeiten, t6. Schrift und Druck (Schreibvorlagen. Chitfern

und Monogramme, Drucktypen, lllustrirte Bücher und Buchornament).

Die letzte Abtheilung der Gruppe t6 (töe Buchornament) macht im Vergleich zu

den übrigen, mit außerordentlicher Sorgfalt bearbeiteten Theilen des Kataloges den

Eindruck des Unfertigen. Eine neue Auflage wird hier ohne Zweifel Abhilfe schaffen.

Angaben wie die bei Nr. z6z8-z63o, 2.636 (Buchdruckerzeichen. Sammlung von Buchdruckerzcichen

 aus dem t5. bis 18. Jahrhundert), 2.637 (Ex libris. Sammlung von Bücherzeichen),

2638 (Wappen. Sammlung von Wappen in Holzschnitt und Kupferstich) sind für einen,

den Besitzstand sonst so gewissenhaft feststellenden Katalog entschieden zu dürftig; dasselbe

 gilt auch von einzelnen Nummern der Abtbeilungen tgb-g.

Dem eigentlichen Verzeichniss der Ornamentstiche und illustrirten Werke folgen

ausführliche alphabetische Namen- und Sachregister. ln dem ersteren sind die Erfinder und

Stecher aufgeführt und wird dort auf ihre in den verschiedenen Gruppen des Kataloges

beschriebenen Blätter verwiesen. Das Sachregister hingegen weist die für die kuustgewcrbliche

 Praxis wesentlichen Gegenstände und Motive bei den einzelnen Schlagworten in

chronologischer Reihe nach, und es wurde auch hier das Moglichste an sorgfältiger .und

genauer Arbeit geleistet. Die grundsätzlich in Einzelblattern durchgeführte gegenständliche

 Anordnung und Aufstellu ng derartiger Vorbildersammlungen kann hinsichtlich

 ihrer für Jedermann leichten und raschen Benutzung allerdings durch keinen

anderen Behelf ganz ersetzt werden, wer aber nur einigermaßen gewohnt ist, Register

zu handhaben, der wird sich in dem Katalog, suche er nunfdie Arbeiten eines bestimmten

Künstlers oder Vorbilder für einen bestimmten Gegenstand, an der Hand der lnhaltsübersieht,

 der Namen- und Sachregister sofort zurechtfinden. .

Der Verleger hat sich um die kunstwissenschaftliche und kunstgewerbliche Litteratur

neuerlich verdient-gemacht, auch durch die schone Ausstattung, welche er dem Werke

gegeben hat; sie entspricht ebenso der Aufgabe des Buches als der hingebenden Arbeit

seiner Verfasser. R-r.

l

Das Stift Klosterneuburg. Eine kunsthistor. Skizze. Von Karl Drexler.

Wien, Druck u. Verlag der "St. Norbertusu-Buch- u. Kunstdruckerei,

1894. 8". Vll, 276 S. Preis B. 4'zo.

Das Buch führt sich unter dem bescheidenen Titel einer Skizze ein, ea ist aber

mehr; es ist ein Schlussbericht über den Verlauf und die Vollendung der großen Restaurationsarbeiten

 in der Stiftskirche und deren Adnexen, die tB6g unter Propst Adam

Schreck begonnen und unter dem gegenwärtigen Propste Ubnld Kostersitz im Vorjahre

zu Ende geführt wurden. Dabei nimmt der Verfasser Gelegenheit, den überreichen

Kunstbesitz des Stiftes mit sehr vielem historischen und künstlerischen Verstandniss zu

beschreiben.

Was jenen Theil des Buches betrifft, welcher die Restaurationsarbeiten zum Gegenstande

 hat, so gibt dieser ebenso Zeugniss von dem im Stifte lebenden Kunstsinne, als

von dem hoben Talente der artistischen Leiter, von denen zwei schon in das Grab

gesunken sind: unser unvergesslicher Meister Schmidt und der regsame Stiftsklmrnerer

Koloman Krieger. Aber auch unsere Kunstindustrie kann die tüchtige Arbeit Drexlefs

als ihr Ehrenbuch ansehen, denn ein großer Theil der Herstellungen ist von Wiener

Firmen geliefert worden. Der Verfasser, ein Mitglied des Stiftes, hat in den letzten

Jahren selbst an diesen Herstellungen geistigen Antheil genommen und war daher in

der Lage, uns über die interessantesten Einzelheiten zu unterrichten; ebenso über die

Klcinodien und Kunstwerke des Stiftes, deren Hüter er als Schatzmeister ist.

Für den Kunsthandwerker bieten die Sammlungen des Stiftes eine überreicbeQuelle

des Studiums. Welch' reiches Material aus sieben Jahrhunderten birgt nicht die Schatzkammer

 für den Goldschmied, den Ciseleur und Emailleur? ln den sogenannten Kaiserzimmern

 finden nahezu alle Decorationsfächer die herrlichsten Motive aus der Zeit der

Barocke, die sogenannte Kunstsammlung aber, Welche die Objects, d'art in Stein, Bronze,

Elfenbein und Thon enthält, bietet eine so überraschend große Menge der prächtigsten
            
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